Sie richten mit einer Kelle an, die grösser ist als alles, was der Solothurner Hausberg in den vergangenen Jahrzehnten gesehen hat. Am  Dienstagabend haben die vier neuen Besitzer ihre Pläne für das Haus präsentiert, das sie vor rund einem Jahr von der Solothurner Regiobank gekauft hatten. Kommt alles, wie sie planen, soll bald ein neuer Bau das bisherige Kurhaus ergänzen.

Ein moderner, gläserner Kubus schwebt den Besitzern vor. Er soll nicht nur das lang ersehnte Selbstbedienungsrestaurant beinhalten, sondern auch Platz für bis zu 800 Personen bieten, die zu Seminaren, Grossanlässen oder Banketten von Firmen und Verbänden auf den Berg reisen. Es gebe nur wenige solche Räume in der Schweiz, sagte Hotelier und Kurhaus-Mitbesitzer Tom Umiker heute in Oberdorf.

Die Investoren hoffen, dank dem Alleinstellungsmerkmal einen grossen Schritt hin zu einem wirtschaftlicheren Betrieb machen zu können. Die Grossanlässe im Neubau sollen Ausgleich zum stark wetterabhängigen und schwankenden Tagestourismus sein.

Der Raum kann je nach Bedarf unterteilt werden. Im Untergeschoss befinden sich Küchen und Lagerräume. Aus Platzgründen verzichten die Betreiber auch auf einen Wellnessbereich, der in den ersten Plänen noch vorhanden war. Zwei bis drei Saunen, Pool und Dampfbad hätten neben Küche und Lager keinen Platz mehr, so Umiker.

Damit der neue Kubus gebaut werden kann, muss der heutige Anbau am Osttrakt abgerissen werden. «Die Symmetrie des Hauses wird wieder hergestellt», heisst es von Seiten der Betreiber zum Abbruch des 1867 erstellten Anbaus.

Entwicklung des Kurhauses Weissenstein im Wandel der Zeit

Entwicklung des Kurhauses Weissenstein im Wandel der Zeit

Grosser Spielplatz für Familien

Attraktion auf dem Berg dürfte künftig der Spielplatz werden: Er wird 1500 Quadratmeter gross, beinhaltet neben anderen Attraktionen einen Kletterparcours und wird auf drei Geländeebenen stehen. Laut Umiker ist es einer «der Top-3-Naturspielplätze der Schweiz». Realisiert wird der Spielplatz zusammen mit dem Kulturprozent der Migros Aare.

«Nur dank diesem können wir uns den Spielplatz leisten», sagt Umiker. Der Juragarten bleibt bestehen.

Doch damit nicht genug an Neuerungen auf dem Solothurner Hausberg: Im Verbindungstrakt zwischen dem historischen Ostflügel und dem grossen Glaskubus entsteht ein Selbstbedienungsrestaurant.

Es bietet 150 Sitzplätze im Freien und weitere 50 Sitzplätze «mitten im Spielgelände». Mit diesem Restaurant wollen die Betreiber speziell Familien ansprechen: Es soll «marktfrische Gerichte mit gutem Preis-Leistungsverhältnis» geben.

Das bisherige bediente Restaurant im Westteil des Gebäudes bleibt bestehen. Es wird jedoch neu konzipiert und erhält eine neue Verglasung. Die Terrasse soll dank Erhöhung der bisherigen Bruchsteinmauern einen besseren Windschutz erhalten. Die Möbilierung wird erneuert und die Terrasse erhält eine Lounge. In diesem Restaurant wollen die künftigen Betreiber Arabella und Tom Umiker eine gutbürgerliche Küche mit regionale Spezialitäten anbieten.

Denkmalpflege redet mit

Das bestehende Haus soll - in enger Absprache mit der Denkmalpflege – aufgefrischt werden. Künftig wird es 51 Hotelzimmer – derzeit sind es lediglich 17 – anbieten können, «sanft renoviert und zum Teil vergrössert». Möglich wird der Ausbau durch die Sanierung des maroden, heute brachliegenden Ostflügels.

Dort werden im ersten und zweiten Stock neue Zimmer in alte Mauern eingebaut. Für die Hotelgäste gibt es eine Lobby-Lounge. Der Mont-Blanc-Saal oder die SAC-Stube bleiben erhalten.

Umiker spricht von einer «sanften Renovation und angemessenen Erweiterung» des traditionsreichen Hauses, die in enger Absprache mit dem Denkmalschutz stattfindet. «Die Deckenmalereien sowie die nostalgischen Elemente bleiben erhalten und werden mit zeitgemässem Mobiliar ergänzt», heisst es im Projektbeschrieb zu den Hotelzimmern. «Die historischen Gegenstände aus dem Museum werden als Deko-Elemente eingesetzt und neu inszeniert.»

Baubewilligung schon im Oktober?

Die Betreiber haben sich ein sportliches Ziel gesetzt: Im Juni sollen Bauprofile stehen. Im Juli wollen sie das Vorprüfungsverfahren beim Kanton beginnen. Und bereits im Herbst soll das Baugesuch bewilligt sein, damit dann frühstens im April 2017 mit dem Umbau begonnen werden kann. Die Besitzer hoffen, dass es auch aufgrund der zuvor ausführlich geführten Gespräche mit der Denkmalpflege keine Einsprachen gibt.

Eine kleine Umfrage bei betroffenen Verbänden zeigte heute, dass sich diese mit dem Grundkonzept abfinden können, aber noch auf Details warten, bevor sie sich konkret äussern wollen. Bevor ein Baugesuch genehmigt wird, fordert der Kanton auch noch einen Finanzierungsnachweis für das Projekt, bei dem nach Angaben der Investoren über 10 Mio. Franken investiert werden.