Luterbach

Beschleunigtes Verfahren bei Alzheimer-Wirkstoff von Biogen — Aktie macht 10-Prozent-Sprung

Mit dem Medikament Aducanumab will das in Luterbach produzierende Unternehmen Alzheimer behandeln.

Mit dem Medikament Aducanumab will das in Luterbach produzierende Unternehmen Alzheimer behandeln.

Das in Luterbach produzierende Biotech-Unternehmen Biogen macht weitere Fortschritte bei der Zulassung des Medikaments Aducanumab, welches die Alzheimerkrankheit behandeln soll. Die Neuigkeiten wirken sich auch beim Aktienmarkt aus.

Vor einem Monat hat das amerikanische Biotech-Unternehmen Biogen mit starker Präsenz in Luterbach bei der US-Zulassungsbehörde Food and Drug Administration (FDA) die Einreichung einer sogenannten Biologics License Application abgeschlossen. Das heisst: Der Lizenzantrag für die Zulassung von Aducanumab, einem Prüfpräparat zur Behandlung der Alzheimerkrankheit, läuft. Nun gibt es neuerlich gute Nachrichten rund um den Wirkstoff: Letzte Woche hat die FDA den Zulassungsantrag akzeptiert. Und zwar mit der Zusicherung, dass das Begehren des Unternehmens bis 7. März des kommenden Jahres von der Behörde beurteilt sein wird – wenn möglich sogar früher, wie die FDA in Aussicht stellte.

Dies mit Blick auf die Tatsache, dass es sich bei Aducanumab um das erste Medikament handeln würde, das den Verlauf der Krankheit zumindest abmildert. Das heisst: Die Krankheit wird zwar nicht geheilt und auch nicht gestoppt, aber eine Verzögerung beim Verlust der kognitiven Fähigkeiten bei den Patienten kann erwartet werden. Zentral ist dabei der Abbau der charakteristischen Eiweissablagerungen im Gehirn.

Entsprechend erfreut fiel die Reaktion von Biogen-CEO Michel Vounatsos über den Fahrplan der Zulassungsbehörde aus. Eine Freude, welche die Aktionäre des Biotech-Unternehmens teilen: Die zuvor etwas unter Druck geratene Aktie machte einen 10-Prozent-Sprung und wird wieder deutlich über 300 US-Dollar gehandelt. Sie bewegt sich damit wieder in die Richtung früherer Höhen.

Ob und wann das US-Milliardenunternehmen mit der Aducanumab-Zulassung rechnen kann, ist schwer vorauszusagen. Analysten weisen darauf hin, dass die Annahme des Zulassungsantrags keine Rückschlüsse auf den Entscheid der Behörde zulasse. Immerhin sei die Mitteilung der FDA, dass der Antrag so rasch als möglich behandelt werde, aber ein Zeichen dafür, dass den Erwartungen des Publikums nach einem Wirkstoff Rechnung getragen werden soll. In der Tat ist der Wirkstoff ein Hoffnungsträger nicht nur für das Unternehmen, sondern auch für die Patienten, die auf eine Alzheimer-Basistherapie warten.

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Balz Bruder

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