Bis Ende 2015 finanziert der Kanton Solothurn 20 Beschäftigungsplätze für Asylsuchende, die bereits in den Gemeinden leben, aber noch auf ihren Asylentscheid warten. Es handelt sich dabei um je 10 Plätze bei den Firmen Oltech GmbH in Olten und ProWork in Grenchen.

Die Kosten für die 20-monatige Pilotphase von Mai 2014 bis Dezember 2015 betragen 430 000 Franken – oder 12 900 Franken pro Platz und Jahr. Der Kanton finanziert diese Kosten aus dem Asylfonds, der aus den Mitteln gespeist wird, die der Bund dem Kanton Solothurn für den Asylbereich rückvergütet. Die Rechnung von Kanton und Gemeinden wird damit nicht belastet. Für die Gemeinden stellt das Projekt insofern eine Entlastung dar, als sie in der Regel selbst für die Beschäftigung der ihnen zugewiesenen Asylsuchenden sorgen und dafür nicht speziell entschädigt werden.

100 Personen als Zielgruppe

Sind 20 Beschäftigungsplätze nicht viel zu wenig für die rund 788 im Kanton lebenden Asylsuchenden? Claudia Hänzi, die Chefin des Amts für soziale Sicherheit (ASO), rückt die Dimensionen zurecht: «Bei den Asylsuchenden, die in den kantonalen Durchgangszentren leben, ist immer auch für Beschäftigung gesorgt. Es geht hier nur um diejenigen, die bereits den Gemeinden zugewiesen wurden.» Bei diesen seien heute schon die Gemeinden und Sozialregionen nach ihren Möglichkeiten für Beschäftigungsangebote besorgt, zum Beispiel in den Gemeindewerkhöfen. Zudem besteht die Möglichkeit, Asylsuchende auch nach der Aufnahme in die Gemeindestrukturen in den Beschäftigungsprogrammen, welche über die kantonalen Durchgangszentren geführt werden, anzumelden.

Es brauche aber mehr solche Plätze, darum habe das ASO nach neuen Möglichkeiten gesucht. Konkret gehe es um eine Grössenordnung von vielleicht 100 Personen, schätzt Hänzi, für die es besondere Programme wie dasjenige bei der Oltech oder bei ProWork brauche.

Die jetzt bewilligten 20 Plätze würden zudem nicht über die ganze Projektdauer von 20 Monaten durch die gleichen Personen besetzt: Wechsel führten dazu, dass sicher die doppelte bis vierfache Anzahl Asylsuchender dabei eingesetzt werden könnten.

Hänzi betont zudem, dass die neuen Plätze bei Oltech und ProWork nicht nur allein Beschäftigung zum Ziel hätten, sondern die Integration der Teilnehmenden in die hiesige Arbeitswelt erleichtern sollen. Es würden darum gezielt solche Asylsuchende dafür ausgewählt, bei denen davon ausgegangen werde, dass sie entweder einen positiven Asylentscheid oder eine vorläufige Aufnahme erwarten könnten, aktuell zum Beispiel Eritreer. «Wenn diese Personen nicht beschäftigt sind, aber später doch hier bleiben können, verlieren wir viele Monate, die wir für Schritte hin zur Integration nutzen könnten», erklärt Claudia Hänzi. In den Kosten des Beschäftigungsprogramms ist deshalb auch eine Betreuung enthalten, die etwa das Vermitteln der Arbeitsanweisungen in deutscher Sprache umfasst (vgl. auch Kontext). Die Teilnehmer verdienen für ihre Arbeit einen «Lohn» (Integrationszulage genannt) von 10 Franken pro Tag.

Die Sozialregionen können geeignete Asylsuchende aus den Gemeinden für dieses Projekt anmelden. Die Zuweisung erfolgt durch die ORS Service AG.