Berufslehre
Industrieberufe hautnah erleben: Bohrer und Hammer statt Prospekte an der Lehrlingsmesse

Im Rahmen der Lehrlingsmesse IB-Live können Schülerinnen und Schüler bis und mit Donnerstag an verschiedenen Standorten im Raum Solothurn einen Einblick in verschiedene Industrieberufe erhalten. An der Eröffnung wurde der Wert der dualen Berufsbildung betont.

Rebekka Balzarini
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Lehrlinge zeigen an der IBLIve ihr Können.

Lehrlinge zeigen an der IBLIve ihr Können.

Hanspeter Bärtschi / SZ

Sich mit einer Broschüre in der Hand über einen Beruf zu informieren, ist eine Möglichkeit. Eine andere ist es, das zukünftige Handwerk gleich selber vor Ort ausprobieren zu dürfen. Seit gestern und bis am Freitag können das Schülerinnen und Schüler im Rahmen der Lehrlingsmesse IBLive an verschiedenen Standorten im Raum Solothurn tun.

Industrieberufe vor Ort erleben und ausprobieren

In der Produktionshalle der Itema in Zuchwil war am Dienstag die 8. Klasse von Simon Burri aus Hägendorf unterwegs. In der Halle in Zuchwil können die Jugendlichen mit verschiedenen Werkzeugen hantieren und ausprobieren, wie sich die Arbeit mit einem Bohrer oder an einer Maschine anfühlt. Über verschiedene Posten können sie sich so ein Spielzeug zusammenbauen und einen Einblick in Berufe wie Poly- oder Produktionsmechaniker erhalten.

«Für die Schülerinnen und Schüler ist das eine tolle Möglichkeit, sie lernen innerhalb kurzer Zeit sehr viele Berufe kennen», sagt Klassenlehrer Burri. «Der Vorteil dieser Form ist, dass sie sehr konkret ist. Die Schülerinnen und Schüler können in eine Firma hinein und haben nicht nur einen Tisch mit Prospekten vor sich».

Für die Fragen der Schülerinnen und Schüler stehen die Lernenden der unterschiedlichen Betriebe zu Verfügung. Elif Ilhan, Cédric Büttiker und Loris Schwab absolvieren eine Lehre als Konstrukteure in der Schärer AG in Zuchwil. Im Alltag entwickeln und modellieren sie mechanische und elektronische Geräte.

Die Lernenden Elif Ilhan, Cédric Büttiker und Loris Schwab.

Die Lernenden Elif Ilhan, Cédric Büttiker und Loris Schwab.

Rebekka Balzarini / Solothurner Zeitung

«Es macht mir viel Spass zu zeigen, wie die Ausbildung zum Konstrukteur oder Konstrukteurin abläuft», erzählt Elif Ilhan.

«Ich finde das gerade als Frau wichtig, denn es gibt nicht viele Frauen in unserem Beruf.»

Die Eröffnungsveranstaltung der diesjährigen IBLive fand in der nahen Kantine der Scintilla AG statt. Zu Gast waren der Solothurner Bildungsdirektor Remo Ankli und Prof. Dr. Martina Hirayama, Direktorin des Staatssekretariats für Bildung, Forschung und Innovation. In ihrem Vortrag betonte Hirayama den Wert der dualen Berufsbildung und die Wichtigkeit davon, dieses System in der Schweiz zu erhalten.

Hinter der IBLive steht der Industrieverband Solothurn und Umgebung Inveso. Im Nachgang zur Eröffnungsveranstaltung fand auch die Generalversammlung der Verbandes statt. Innert kurzer Zeit ging diese über die Bühne, die anstehenden Traktanden wie Budget und der neu zusammengesetzte Vorstand wurden von den Anwesenden ohne Debatte bewilligt.

Inveso-Präsident Alex Naef hob in seiner Ansprache die Wichtigkeit des Verbandes hervor. Gerade im vergangenen Jahr hätten sich die Strukturen des Verbandes bewährt. «Hätte es den Inveso nicht bereits gegeben, hätte man ihn erfunden», betonte er. Der Austausch in wichtigen Fragen habe funktioniert.

Informationen zur Lehrlingsmesse unter www.iblive.ch

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