Solothurn-Moutier-Bahn
Bern wartet auf Auslegeordnung von Solothurn

Im Kampf um den Erhalt der Bahnverbindung von Solothurn nach Moutier haben sich die Grossrätinnen und Grossräte aus dem Berner Jura entschlossene Schützenhilfe von der Regierung erhofft. Diese hält sich jedoch bedeckt.

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Solothurn-Moutier-Bahn im Bahnhof Solothurn
10 Bilder
Fahrt mit der Bahn am frühen Morgen.
Unterwegs in der Solothurn-Moutier-Bahn
Aussicht
Im Bahnhof Gänsbrunnen
Vom Bahnhof Gänsbrunnen starten viele Wanderwege
Passagiere warten auf den Zug.
Die letzte Fahrt durch den Weissenstein-Tunnel, bevor die Fahrleitungsstörung auftrat - die Bahn konnte den ganzen Mittwoch nicht fahren.
Dies, weil der Zug kurz nach 8.45 Uhr im Weissensteintunnel stecken blieb.

Solothurn-Moutier-Bahn im Bahnhof Solothurn

Tina Dauwalder

Der Regierungsrat solle alle nützlichen Schritte unternehmen, um den Fortbestand der Bahnlinie sicherzustellen, so die Forderung der sogenannten Deputation des Berner Kantonsparlaments. Ihr gehören die Grossratsmitglieder aus dem Berner Jura und die französischsprachigen Ratsmitglieder des Wahlkreises Biel an.

Ganz so stark will sich die Regierung aber nicht in die Pflicht nehmen lassen, wie aus der am Montag publizierten Regierungsrätlichen Antwort auf das Postulat hervorgeht. Der Kanton Bern werde sich weiterhin "für eine möglichst attraktive ÖV-Erschliessung der betroffenen Region" einsetzen, heisst es darin.

Die Kantonsregierung verweist darauf, dass unter der Federführung des Kantons Solothurn verschiedene Erschliessungsvarianten der Region geprüft werden. Erst wenn diese Auslegeordnung gemacht sei, werde definitiv entschieden.

17'000 Unterschriften

Im vergangenen August wurde bekannt, dass die Zukunft der Bahnlinie Solothurn-Moutier ungewiss ist und man sich beim Bund Gedanken macht, ob die Bahnlinie durch Busse ersetzt werden soll.

In der Region wirbelte diese Nachricht gehörig Staub auf. Rund 17'000 Personen hatten Ende vergangenen Jahres eine Petition zum Erhalt der Bahnlinie unterzeichnet.

Das Hauptproblem der Bahnstrecke ist der in die Jahre gekommene Weissensteintunnel, der in den nächsten zehn Jahren saniert werden muss. Dies würde rund 170 Mio. Franken kosten. Die hohen Kosten würden den bescheidenen Nutzen nicht rechtfertigen, kam eine vom Bundesamt für Verkehr erarbeitete Studie zum Schluss.

Durchschnittlich fahren täglich rund 530 Personen durch den Tunnel, wie aus der Antwort der Berner Kantonsregierung auf den Vorstoss der Deputation hervorgeht. Der Kostendeckungsgrad der Bahnlinie sei einer der tiefsten im Kanton Bern.

Verbindung zwischen Sprachregionen

In der Region selber wird die Bahnlinie als wichtige Verbindung zwischen der Jurakette und dem Mittelland sowie zwischen den Sprachregionen gesehen. Aus wirtschaftlicher und touristischer Sicht trage die Bahnlinie zur Attraktivität der Region bei.

1908 nahm die damalige Solothurn-Münster Bahn ihren Betrieb auf. Münster lautet der inzwischen etwas aus der Mode gekommene deutsche Name von Moutier.

1997 fusionierte die Bahn mit anderen Regionalbahnen zum Regionalverkehr Mittelland. Dieser wiederum wurde 2006 von der BLS übernommen. Seit Dezember 2010 werden die Personenzüge von der SBB geführt. Die BLS übernahm im Gegenzug SBB-Angebote im Raum Luzern.