39 Grad! Nein, diese Anzeigetafel bei der Landi Lohn spinnt. Im Auto zeigts eine Aussentemperatur von 32,5 Grad an. Zuhause waren es noch gute 28 gewesen. Fest steht eins: Es ist heiss. Wie noch nie an Pfingsten. Doch dann geht es am «ringsten» - jedenfalls für die Bauern. Sie heuen, während sich alles in die Badi drängt, in die Höhe flieht, am Schatten liegt.

Kurz vor der Waldeinfahrt ob Lüterkofen ist alles, was heuen kann, um den Traktor versammelt. Das Sommer-Zeitfenster mit heissem, trockenen Wetter ist halt ausnahmsweise auf Pfingsten gefallen. Nichts da mit frei haben, grillen, baden und Glace schlecken. Das Gras ruft.

Wenn alles baden geht

Vor der Badi Solothurn geht am Pfingstmontag nicht mehr viel. Schon am Sonntag seien 3900 gekommen. «Und heute werden es wohl noch mehr», ruft Chefkassiererin Beatrice Känzig über die Köpfe der Warteschlange hinweg. Auf der Aare dümpelt eine platschvolle «Siesta» vorbei - vor dem «Grünen Aff» in Altreu musste man diese Pfingsten nicht nur auf ein paar schlotternde Storchen-Fans warten.

Im Eichholz Gerlafingen freut sich Chefbadmeister Roland Wälchli über den Grossaufmarsch in seine Badi: «30 Grad müssen es sein. Bei 25 Grad kommt niemand». Die Leute wollen Hitze pur, aber auch das Wasser brauche mindestens 25 Grad. Die 2700 Besucher am Pfingstsonntag haben solche Top-Bedingungen gehabt. «Und der Montag ist ein geschenkter Tag dazu», so Wälchli, der auf eine Supersaison wie 2003 hofft. «Der Mai war schon besser als im Vorjahr», jetzt müsse der Sommer nur «ahänke».

Volles Haus am Berg

Unten, im Lichtermeer pulsiert das Solothurner Sommernachtleben an der Aare-Riviera auf Hochtouren. Dabei wäre es oben auf dem Weissenstein so richtig zum Aushalten. Jetzt, wo das Kurhaus jeweils bis 22 Uhr geöffnet hat. «Am Sonntag sassen bis dann Gäste auf der Terrasse», zieht Kurhaus-Direktor Felix Schwärzler eine äusserst positive Pfingst-Bilanz.

«Um Mitternacht hatten wir am Sonntag bei uns oben noch 24 Grad», verweist er auf Ausnahmebedingungen, wie sie sonst kaum je vorkommen. «Und erstmals war das Hotel über das Wochenende ausgebucht, die Terrasse tagsüber voll.» Auch die Parkplätze - doch hätten sie gerade noch gereicht.

Und damit ist die Frage aller Fragen im Raum: Wie lange hält das heisse Sommerwetter noch an? «Wie siehts bei mir oben mit Heuen aus?», wollte der Jura-Viehzüchter Ruedi Odermatt am Solothurner Märet wissen. Nun, die Prognosen heuen eben auch. Die grösste Hitze ist wohl bald vorbei, ein Gewitterregenguss liegt allemal drin. Aber Sommer bleibts.