Obergericht
Bellacher Messermörder muss wegen Mordes für 16 Jahre ins Gefängnis

Der Bellacher, der im Juni 2009 seine Frau mit zahlreichen Messerstichen getötet hat, bleibt ein Mörder. Das Obergericht folgt dem Antrag der Verteidigung nicht, das Delikt als Totschlag einzustufen, und verurteilt ihn zu 16 Jahren Haft.

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Damit wird das Urteil der Vorinstanz grundsätzlich bestätigt. Allerdings hat das Berufungsgericht die Haftstrafe auf 16 Jahre festgesetzt, so wie ursprünglich von der Staatsanwaltschaft gefordert. Das Amtsgericht Solothurn-Lebern hatte den Bellacher zu zwei Jahren mehr verurteilt.

«Wir haben die Lebensumstände des Beschuldigten angeschaut», begründete Daniel Kiefer, Präsident der Strafkammer, das Urteil des Obergerichts. «Er hat unter den Eheproblemen und den finanziellen Schwierigkeiten massiv gelitten. In der Zeit vor der Tat hat sich eine Mischung aus Wut, Eifersucht, Demütigung und Kränkung zusammengebraut.» Wegen der vordergründig banalen Autogeschichte sei das Fass übergelaufen. Trotzdem sehe das Gericht die Tat aber als Mord an, denn die «besondere Intensität der Gemütsbewegung» sei nicht entschuldbar. Damit ist der Tatbestand des Totschlags nicht gegeben.

Die Beweggründe erachte das Gericht als «verwerflich», die Ausführung der Tat als «besonders verwerflich». «Der Angriff wurde mit aller Konsequenz und vor den Augen der Kinder ausgeführt, das Opfer musste sehr leiden.» Strafmildernd wirke sich aber die schwierige Kindheit des Beschuldigten aus. (cnd)

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