Interpellation
Bekennt sich die Regierung nur halbherzig zur Herznotfallgruppe?

FDP-Kantonsrätin Johanna Bartholdi sieht die Herznotfallgruppen in Gefahr. Die Regierung bekennt sich in der Antwort auf die Interpellation zwar zu den Gruppen, stellte aber auch klar: Es handle sich um Laienhelfer.

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Eine Herzinfarkt-Patientin wird behandelt (Gestellte Aufnahme)

Eine Herzinfarkt-Patientin wird behandelt (Gestellte Aufnahme)

Keystone

Wer einen Herzstillstand hat, der wird im Kanton Solothurn vielleicht nicht zuerst vom Rettungsdienst behandelt. 38 Solothurner Feuerwehren haben Herznotfallgruppen, die im Ernstfall ausrücken und vielleicht schneller vor Ort sind als das Spitalauto. FDP-Kantonsrätin Johanna Bartholdi sieht diese Gruppen jedoch in Gefahr. Sie vermutet, dass die Solothurner Spitäler und die Gebäudeversicherung die Feuerwehr-Retter «aushungern» lassen. So seien sie seit 2011 immer seltener aufgeboten worden. 2015 waren es noch 158 mal.

Die Regierung bekannte sich in der Antwort auf Bartholdis Interpellation zwar zu den Herznotfallgruppen, stellte aber auch klar: Es handle sich um Laienhelfer. «Aufgrund ihrer Ausbildung sind sie nicht in der Lage, eine heikle Situation korrekt einzuschätzen, geschweige denn medizinisch richtig zu handeln.» Deshalb würden sie in klar definierten Fällen beigezogen.

Seit 2014 werden die Gruppen nur noch aufgeboten, wenn eine Person bewusstlos ist und ein Herz-Kreislauf-Stillstand vermutet wird. Und die Ambulanz nicht zuvor vor Ort ist. Feuerwehrleute sollten nicht unnötig vom Arbeitsplatz weggerufen werden.

«Die Wortwahl ist Ausdruck von Geringschätzung», hielt Johanna Bartholdi am Mittwoch im Rat fest. Den Helfern werde die Kompetenz abgesprochen. «Das tut weh.» Regierungsrätin Gassler bedauerte, dass Bartholdi die Antwort so verstehe und gab nochmals ein Bekenntnis zu den sogenannten First-Respondern ab. (lfh)

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