Die Synode der reformierten Kirche Kanton Solothurn, die in Seewen tagte, stand im Zeichen der Finanzen. Synodalrat Markus Leuenberger stellte den Delegierten die Jahresrechnungen 2013 vor. Die Rechnung der Synode erzielt einen Einnahmeüberschuss von 98 837 Franken, während die Rechnung des Finanzausgleichs mit einem Minus von 219 760 Franken abschliesst. Die beiden Rechnungen wurden von der Synode gutgeheissen.

Der Synodalrat beantragte, 10 000 Franken für die syrischen Flüchtlinge an das Hilfswerk der evangelischen Kirchen der Schweiz Heks zu überweisen. Die Synodalen zeigten sich grosszügig und verdoppelten den Betrag auf 20 000 Franken. Solidarisch zeigte sich die Kantonalkirche auch gegenüber ihrer Schwesterkirche: Mit rund 6000 Franken aus dem Finanzausgleich unterstützte sie die Renovation der St.-Ursen-Kathedrale in Solothurn, die einem Brandanschlag zum Opfer gefallen war.

Grünes Licht erteilten die Synodalen der Auszahlung der Bausubventionen von 131 000 Franken, mit dem die Kantonalkirche die Renovationsarbeiten in den Kirchgemeinden unterstützt: mit 21 000 Franken etwa die Asbestsanierung und Dachisolation in der Kirche Flüh und mit 54 000 Franken die Innensanierung des Turms der Friedenskirche Olten.

Synodalrätin Susanne Rudin präsentierte den Jahresbericht 2013, der erstmals farbig vorliegt. Für die Medienverantwortliche ist dieser neue Auftritt symbolträchtig: «Der bunte Jahresbericht stellt das bunte Leben in den Kirchgemeinden und Kirchen dar.» Bei den Ein- und Austritten verzeichnet der Jahresbericht Positives. Erstmals seit 2009 fiel im letzten Jahr die Zahl der Austritte mit 496 unter die 500-Marke.

«Kirchen sollen Werte schaffen»

Regierungsrat Remo Ankli überbrachte der Synode die Grüsse der Solothurner Regierung. Er lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Kanton und den Landeskirchen. Der Finanzausgleich, der auf den Steuern der Unternehmen beruht, bleibe im Rahmen der Sparmassnahmen ein Thema. Der Regierungsrat werde zunächst den Finanzausgleich mit den Gemeinden regeln und dieses Geschäft dann mit der SIKO, der Solothurner interkonfessionellen Konferenz, angehen. «Wichtig ist dem Regierungsrat, dass er die Kantonsfinanzen in den Griff bekommt», so Remo Ankli.

Erfreut zeigte sich der Regierungsrat, dass die Initiativen zur Abschaffung der Kirchensteuern für die juristischen Personen in den Kantonen Zürich und Graubünden so deutlich abgelehnt wurden. Dieses Ergebnis sei ein Bekenntnis der Bevölkerung zu einer tätigen Kirche, zitierte Remo Ankli einen Kommentar aus der NZZ. Doch die Perspektive auf die kirchliche Sozialarbeit und Diakone greife zu kurz. Genauso wichtig sei es, dass die Kirchen in der Gesellschaft Werte schaffen. Solche Werte könne der liberale Staat nicht selber schaffen. Das sollte die Kirche nicht vergessen.

Bei dem Punkt setzte auch ein Vorstoss der Delegierten der Kirchgemeinde Olten an. Die Kirche solle sich in der Gesellschaft für die Werte einsetzen und die Synode ein deutliches Wort sprechen, meinte Uwe Kaiser im Hinblick auf die Aidskampagne des BAG. In der Kampagne des Bundesamtes für Gesundheit komme der Weg der verbindlichen Treue mit keiner Silbe vor. Im Gegenteil werde die freie Liebe propagiert. Kaiser forderte die Kantonalkirche auf, ein Zeichen zu setzen.