Seit Anfang Oktober zeigt sich der Kreuzgang im Kloster ungewohnt verändert: Kartenwerke, Informationstexte und eindrückliche Fotos führen den Besucher auf die alten Wander- und Pilgerwege zum Berg Athos, der orthodoxen Mönchsrepublik auf der nordgriechischen Halbinsel Chalkidiki.

Sie zeigen die 20 orthodoxen Grossklöster des Mönchsstaates und auch den Aufstieg auf den 2033 Meter hohen Berg Athos selbst. Ein Original-Diamonitirion, die Zutrittserlaubnis, legt Zeugnis ab, wie schwierig es ist, in die Republik der Mönche einzureisen. Niemand weiss das besser als der Kurator dieser Fotoausstellung, der in Basel lebende Architekt und Fotograf Hans H. Münchhalfen.

«Viermal durfte ich diese einmalige, nur Männern vorbehaltene Welt besuchen», zeigt sich Münchhalfen auch nach zwanzig Jahren noch immer dankbar und erfreut. Für Frauen gelte das Avaton, das Zutrittsverbot, weil das Land der Klöster ausschliesslich der Gottesmutter Maria vorbehalten sei. «Nur gerade zehn Männer nicht orthodoxen Glaubens erhalten pro Tag das Visum», weist der Fotograf auf die hohen Zutrittsschranken hin.

Ähnlichkeit mit Schwarzbubenland

Mit seinen Farbfotografien nimmt Münchhalfen die Besucher mit auf die Wanderung vom Hafen Dafni zu den orthodoxen Klöstern bis ganz hinauf auf den Gipfel des Athos. Ganz besonders beeindruckt eine Aufnahme des Berges, dessen langer Schatten sich auf dem Meer wie ein zweiter Gipfel weit in die Ägäis streckt.

Die Ausstellung vermittelt einen tiefen Einblick in das archaische Leben der Mönche, zeigt die teilweise atemberaubend, auf hohe Felsen gebaute Architektur der Klöster und eine fruchtbare Natur.

Diese lässt in einer Gegenüberstellung von zwei Kartenausschnitten grosse topografische Ähnlichkeit mit dem Schwarzbubenland erkennen. Die sehenswerte Ausstellung im Kreuzgang des Klosters dauert noch bis 31. Oktober, ist täglich von 9 bis
19 Uhr geöffnet und kostet keinen Eintritt.

Komfortabler Weg zum Kloster

Beim Leiter der ökumenischen Gemeinschaft Beinwil, Bruder Christoph, ist die Freude nicht nur wegen der Fotoausstellung gross. Ein Traum ist in Erfüllung gegangen: Zehn Ruhebänke säumen den Weg von der Postautohaltestelle Kloster der Linie 115 bis hinauf zum Kloster Beinwil.

«Wanderer, Pilger, Besucher können jetzt immer wieder anhalten, ausruhen und die einmalige Landschaft mit Kloster auf sich wirken lassen», freut sich Bruder Christoph. Ein Kränzchen windet er allen, die sich mit Engagement und Spenden für diese Aufwertung des Weges eingesetzt hätten. Namentlich Christa Brunner habe sich für die Idee starkgemacht, während Mathias Roth «starke» Bänke aus echtem Beinwiler Holz angefertigt habe.

Sozialeinsatz für die Öffentlichkeit

Gut einen Monat Arbeit aufgewendet hat auch ein Team von der Suchttherapie Chratten. «Wir leisten einmal pro Monat einen Sozialeinsatz für die Öffentlichkeit», erklärt Patrick Stegmüller, Arbeitsagoge im «Chratten».

Die fünf anwesenden Mitglieder des «Chratten»-Teams zeigen nicht ohne Stolz auf das Resultat, ein in der Sonne glänzendes Bänkli. «Das Behandeln des Holzes und das Setzen der Bänke war eine willkommene Abwechslung», meinen die Leute vom «Chratten» und versichern mit Nachdruck: «Wir haben es gerne gemacht.»