Fête des Vignerons
Beinahe ging der Wein auf dem Weinschiff vergessen

Chargé pour Vevey! Das Solothurner Weinboot machte sich am Donnerstag vor beeindruckender Kulisse in Richtung Vevey auf. Bei perfekten Bedingungen reisten Gäste und Pontoniere den ganzen Tag die Aare hinauf – bis nach Erlach. Doch fast ging das Wichtigste vergessen: der Wein. Doch auch hier wusste man sich zu helfen. Wäre ja auch zu schade gewesen: ein Weinboot ohne Wein. Am Freitag geht die Expedition weiter: Von Erlach fährt der Tross bis St. Aubin.

Raphael Karpf
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Abfahrt des Weinbootes in Solothurn Richtung Vevey
20 Bilder
Schön geschmücktes Schiff
Zum Start wurde beim Bootssteg ein Apéro serviert.
Zum Apéro gabs natürlich Solothurner Wein...
... auch Regierungsrat Roland Heim kostete ihn.
Hut in Solothurner Farben
Die Hilarimusig spielte beim Apéro
Das offizielle Shirt
Das Boot legt ab
Das Weinboot fährt durch Solothurn
Mittagspause im Grüene Aff in Altreu. Gemeindepräsidentin Silvia Spycher und Vize Thomas Studer begrüssen die Böötler.
Der Ruderklub Solothurn ruderte bis nach Altreu mit.
Büren zeigt Solothurner Farben
Auf dem Schiff gibts auch Bier
Auf dem Bielersee wird das Weinboot von Twanner «Piraten» geentert. Die Durchfahrtsbewilligung fehlt.
Gegen einige Flaschen Wein lassen die «Piraten» das Weinschiff ziehen. Im Gegenzug gibt es sogar einige Flaschen Twanner Weisswein.
Verschnaufpause auf der Petersinsel
Freundlichst mit Wein und einem Apéro wird die Solothurner Delegation in Erlach empfangen. V.l.n.r. Andre Rötheli, Ex Eishockeyprofi, Fredy Faul, Gemeinderat Erlach, Brigit Wyss, Regierungsrätin, Beat Schlapbach, Gemeinderat Erlach

Abfahrt des Weinbootes in Solothurn Richtung Vevey

Hansjörg Sahli

Wenn die Solothurner sich aufmachen, ihren Kanton zu vertreten, dann aber richtig. Und diesmal geht es nicht irgendwohin, sondern nach Vevey, an die Fête des Vignerons. Das Fest schlechthin. Und zwar auf dem Wasserweg, auf den Übersetzbooten, gesteuert von den Solothurner Sportpontonieren. Zwei Tage dauert die Reise. Und eben: Richtig solothurnisch unterwegs ist man. Abfahrt war um Punkt elf in Solothurn, elf «Kanonenschüsse» ertönten zum Abschied, mit elf Kilometern pro Stunde machte sich das Boot auf den Weg die Aare hinauf.

Hunderte Menschen fanden sich zum Abschied ihrer Böötler am Ritterquai ein. Die Hilari-Musik spielte auf, Regierungsrat Roland Heim liess sich bei der Abschiedsrede sogar zum Reimen hinreissen: «Chargé pour Vevey – wir hoffen sehr, dass bei der Ankunft in Vevey die Fässer sind nicht leer.» Egal ob am Aarequai, auf sämtlichen Brücken durch Solothurn, in Altreu oder noch weiter hinten, in Grenchen oder Büren: Überall standen Menschen und winkten dem Weinboot zum Abschied zu. Die Aare gehörte an diesem Tag ganz klar den Solothurnern.

1. Etappe: Solothurn–Altreu

Sportliche Kanuten und ein weinloses Weinschiff Nachdem wir den Trubel in Solothurn hinter uns gelassen haben, wird es langsam ruhiger. Doch auf der Aare ist immer noch einiges los. Das Öufi-Boot begleitet uns bis nach Altreu, und ein Boot des Solothurner Ruderklubs ist auch mit dabei. Auf etwa halber Strecke ein Schreckmoment: Der Wein ging vergessen. Oder in den Worten von Chefpontonier Martin Scheidegger: «Ein Weinboot ohne Wein, das ist zum Weinen.» Doch schnell ist die Rettung da. Ein Boot bringt einige Flaschen Bürgerwein vorbei. Immerhin ist aber auch Bürgergemeindepräsident Sergio Wyniger mit an Bord. Wäre ja zu Schade, müsste er seinen eigenen Wein missen.

Pontoniere haben alles im Griff

Doch bei weitem war das Boot nicht allein unterwegs. Das Öufiboot war auf der ersten Etappe mit dabei, der Ruderklub Solothurn, zahlreiche Motorboote und Aareböötler kreuzten den Weg der Expedition. Die Stimmung auf dem Boot: gelöst. Dem vermochte auch der stärkere Wellengang auf dem Bielersee keinen Abbruch zu tun. So spritzte es immer wieder ins Boot. An nassen Füssen störte sich allerdings niemand. Einziges Opfer: der Laptop von Thomas Jud, Online-Verantwortlicher des Kantons. Nach einer besonders heftigen Welle verschwindet der Laptop in der Tasche.

2. Etappe: Altreu–Büren

Feuerwerk und Ruder Frisch gestärkt mit Fischknusperli vom Grünen Aff in Altreu, geht es weiter Richtung Büren. Mit an Bord: Melanie Mathys. Sollte der Motor also ausfallen, hätten wir ausgesorgt. «Sie würden schon rudern», meint sie lachend. Wie viel es bringen würde, wisse sie aber nicht. Kurz vor Büren lassen einige Menschen Feuerwerk am Ufer ab. Das können wir auch! Schnell wird die «Kanone», mit der wir uns in Solothurn elffach verabschiedet hatten, geladen. Und gefeuert. Büren, wir kommen. Schreckmoment, diesmal aber tatsächlich, beim Anlegen in Büren. Ein Fahrgast klemmt sich den Finger ein. Von nun an wird allen Gästen klar und deutlich gemacht: Finger gehören ins Boot.

Zwei Zwischenstopps wurden an diesem Tag eingelegt, in Altreu und Büren. Und während die Gäste auf jeder Etappe wechselten, blieben die sechs Pontoniere, die das Boot sicher steuerten, stets dieselben. Einer von ihnen ist Patrick Kunz: «Das hier ist einmalig. Das machen wir einmal im Leben – und dann vermutlich nie mehr.» Wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, Wasser aus dem Boot zu schöpfen, ist er ständig dabei, die Gäste an Bord mit einem Spruch zu unterhalten.

3. Etappe: Büren–Erlach

Piraten Wir erreichen den Bielersee. Gemütlich fahren wir das Ufer entlang Richtung Petersinsel. Auf einmal: Kanonenschüsse. Piraten! Die Pontoniere wollen sich zur Wehr setzen, doch im entscheidenden Moment versagen die Nerven. Die Kanone bleibt stumm, wir werden geentert. Es stellt sich heraus: Es sind doch keine Piraten, sondern die Twanner Behörden, die uns die Weiterfahrt verweigern. Die Durchfahrtsbewilligung ging vergessen. Doch mit einigen Flaschen Solothurner Wein lässt sich das geradebiegen und sie lassen uns ziehen. Nach einen kurzen Stop auf der Petersinsel treffen wir pünktlich zur 1.-August-Feier in Erlach ein.

«Kanonierlektionen» für Regierungsrätin Wyss

Eine Sonderlektion bekam dabei Regierungsrätin Brigit Wyss, und zwar in Sachen Kanonierwesen. Die Mini-Artillerie an Bord, die gehörig Lärm machte und mindestens ebenso stark stank, wurde noch näher vorgestellt. Ob sie sich auf diese Lektion jedoch verlassen kann, ist mehr als fraglich. Denn im entscheidenden Moment, als die Kanone tatsächlich gebraucht wurde, versagten die Nerven. Nämlich als bei Twann die örtlichen Behörden dem Boot die Weiterfahrt versagten. Aber was die Kanone nicht zu beheben vermochte, vermochten einige Flaschen Solothurner Wein. In freundschaftlichem Einvernehmen trennten sich die beiden Schiffe.

Nach einem kurzen Zwischenstopp auf der Petersinsel ging es weiter. Pünktlich zur 1.-August-Feier erreichte der Solothurner Trupp Erlach. Den ersten Tag überlebten die Solothurner Böötler – mit intakten Weinfässern und ohne Menschen über Bord geht es bereits weiter: von Erlach bis nach St. Aubin

Den ganzen ersten Tag im Liveblog gibt es hier nachzulesen.

Supersiech und weitere Acts aus dem Kanton sorgten für Unterhaltung
70 Bilder
Hier wurde ein dichtes Programm an Solothurner Musik und Tanz geboten
Grossartige Stimmung an der Fête des Vignerons
BG zum Liveticker Solothurner Bootsfahrt an die Fête des Vignerons
Die Solothurner Stadtmusik spielt
Erwin Fankhauser, ursprünglich aus Recherswil, wohnt seit 1968 in und nahe Vevey.
Patrick Schwaller, Obmann der Bruderschaft Sanctae Margarithae.
Kurze Mittagspause in Vevey.
Und hier steht sie, die Arena: Mitten in Vevey. Am Abend sind alle Solothurner Gäste zur grossen Show eingeladen.
Landammann Roland Fürst überbrachte Solothurner Grussworte.
Der Gesamtregierungsrat begrüsste die Böötler im Hafen. Und liess es sich nicht nehmen, sich auch auf dem Boot ablichten zu lassen.
Fast schon frenetisch empfangen.
Sie haben es geschafft, unsere Pontoniere. Sicher bringen sie das Boot nach Vevey.
Und so sieht es aus, wenn die Menschen ein Solothurner Weinboot erspähen.
Warten auf die Einfahrt des Solothurner Weinboots.
Quer durch die Stadt zieht der Solothurner Tross, bis an den Hafen.
Quer durch die Stadt zieht der Solothurner Tross, bis an den Hafen.
Die Solothurner Delegation macht sich auf den Weg zum Hafen.
Die Solothurner Delegation macht sich auf den Weg zum Hafen.
Ausrichten! Die Solothurner Delegation macht sich abmarschbereit.
Ankunft am Bahnhof Vevey.
Da freut sich einer auf die Fête: Regierungsrat Roland Heim.
Der grosse Tag ist da: Abfahrt nach Vevey – der Bahnhof ist am Samstagmorgen fest in Hand der Fetler.
Und ab hier noch die Bilder zu den ersten beiden Tagen: Der Bootsfahrt von Solothurn nach St. Aubin. Die Solothurner Delegation reist auf dem Wasserweg an, sicher gesteuert von den Solothurner Sportpontonieren und deren Präsident Martin Scheidegger.
Fertig geschmückt und bereit zur Abfahrt: Das Boot der Solothurner Sportpontoniere, das die Delegation heute sicher bis nach Erlach bringen wird.
Ordentlicher Andrang beim Abschied-Apéro für die Böötler.
«Charge pour Vevey, wir hoffen sehr, dass bei der Ankunft in Vevey, die Fässer sind nicht leer»: Regierungsrat Roland Heim verabschiedet die Böötler mit einem Vers.
Das ist Einsatz: Auf den ersten Metern rudern Kanuten mit uns mit.
Prost! Jürgen Hofer, Solothurner Tourismusdirektor, Martin Scheidegger, Präsident der Pontoniere und Sergio Wyniger, Präsident der Solothurner Bürgergemeinde (von links).
Das Öufi-Boot ist auch dabei.
Gewinner der Ticketverlosung: Jean-Claude Schär, Maria Henzi, Marietta Colombo, Bruno Colombo, Peter Henzi, Danielle Schär (von links). Sie lassen es sich auf der 1. Etappe gutgehen.
Mittagspause im Grüene Aff in Altreu. Gemeindepräsidentin Silvia Spycher und Vize Thomas Studer begrüssten die Böötler.
Fischknusperli zum Zmittag.
Soweit ging auf der Fahrt alles gut, der Motor machte mit. Für den Fall, dass er ausgestiegen wäre, hätten wir aber vorgesorgt gehabt. Weltklasse-Kanutin Melanie Mathys ist mit an Bord. "Ja, ich hätte im Notfall gerudert", sagt sie lachend. "Viel gebracht hätte es allerdings wohl nicht. Da hätten alle mithelfen müssen." Mit auf dem Bild Staatsschreiber Andreas Eng.
Monika Probst und Peter Probst, Gastböötler auf der aktuellen Strecke. Auch sie haben eine enge Verbindung zum Böötlen, sind seit 50 Jahren im Solothurner Kajakfahrer Klub. Paddeln regelmässig in ihrer Freizeit die Aare hoch und runter.
Büren voraus.
In Büren übergibt Staatsschreiber Andreas Eng Peter Zumbach (links im Bild), Vize-Gemeindepräsident, etwas Solothurner Wein.
Äusserst freundlich wurden wir von den Bürener empfangen. Sogar die Berner Gemeinde zeigt Solothurner Farben.
Bier nach Wein...
So schön ist die Aussicht vom Boot.
Temporärer Begleitschutz für das Schiff.
Das Ziel der Reise: Vevey, die Fête des Vignerons.
Das Winzerfest ist das Fest schlechthin, mit einer Million Besucher in den drei Wochen.
Auch Wein bringen die Solothurner mit nach Vevey. Nebst der Bürgergemeinde auch kleinere Hobbywinzer, zum Beispiel Ruedi von Arx aus Oensingen.
Auf dem Bielersee überrascht plötzlich ein Berner Boot die Solothurner. Es hält geradewegs auf das Weinschiff zu.
Es ist die berüchtigte Käptn Oli der Twanner Behörden. Sie verweigern den Solothurner die Weiterfahrt, denn sie haben keine Durchfahrtsbewilligung eingeholt.
Kein Problem allerdings, das ein paar Flaschen Wein nicht lösen könnten.
Im Gegenzug gibt es sogar einige Flaschen Twanner Wein, und eine provisorische Durchfahrtsbewilligung.
Danach gönnen sich die Böötler erstmal eine Verschnaufpause auf der St. Petersinsel.
Um wieder von der Insel wegzukommen, muss erstmal kräftig angepackt werden.
Viv Stringer und Margaret Stringer, 2 der Losgewinner für diese Etappe. Die gebürtigen Nordiren leben seit 23 Jahren in Kappel, der Arbeit wegen kamen sie damals in die Schweiz. "Wir hatten einfach Lust, diese Reise mitzumachen", sagen die beiden.
Und auch einige Promis sind mit dabei: Regierungsrätin Brigit Wyss und Ex-Eishockeyprofi André Rötheli.
Schliesslich kommen wir sicher im Hafen von Erlach an, wo gerade munter 1. August gefeiert wird.
Freundlichst mit Wein und einem Apéro wird die Solothurner Delegation empfangen. V.l.n.r. Andre Rötheli, Ex Eishockeyprofi, Fredy Faul, Gemeinderat Erlach, Brigit Wyss, Regierungsrätin, Beat Schlapbach, Gemeinderat Erlach
En Guete!
Im Hafen von Erlach
Mit an Bord auch wieder die «Kanone». Mit einem Knall verabschiedet sich das Weinboot vom noch schlafenden Erlach.
Gäste auf der 1. Etappe heute bis Le Landeron: Martin Zülle, Gemeindepräsident von Erlach, Aquil Briggen, Grenchner Stadtbaumeister, Corinne Hasler, Andreas Gasche, Geschäftsführer Gewerbeverband.
Pontoniere an Bord
Massarbeit ist bei der Einfahrt in den Hafen von Le Landeron gefragt.
Besichtigung der Domaine de Soleure
Zu Besuch im Weinkeller
Das Solothurner Übersetzboot im Hafen von Neuenburg. Ein kurzer Zwischenstopp, dann geht es weiter nach Auvernier.
Ausfahrt aus dem Neuenburger Hafen. Nächster Halt: Auvernier.
Die Westküste des Neuenburgersees geht es hinunter.
Bis das Boot schliesslich in St. Aubin anlegt. Dort endet die 2. Etappe.
Gruppenbild der Solothurner Sportspontoniere, die das Boot sicher steuern.

Supersiech und weitere Acts aus dem Kanton sorgten für Unterhaltung

Tom Ulrich