Etwa 73 Jahre betrage der Altersdurchschnitt des Solothurner Veteranenspiels, verriet Kathrin Hasler. Es dürfte mit 80 Leuten die grösste Blasmusikformation im Kanton Solothurn sein. Riesig war auch der Publikumsaufmarsch. Der Konzertsaal in Solothurn war komplett besetzt. Geschätzt dürfte sich der Altersdurchschnitt auch bei diesem um die 73 bewegt haben. Als entsprechend diszipliniert und gleichzeitig dankbar erwies es sich.

Von Marsch bis Walzer

Mit dem «Solothurner Marsch», mit dem gesungenen Trio liess Robert Grob das Konzert eröffnen. Das blieb natürlich nicht der einzige Marsch. Nebst dem Schlussmarsch «Feurig Blut» von Hans Heusser erklangen auch der tolle «Marsch der Medici» von Johan Wichers und der bekannte «Colonel-Bogey-Marsch» von Frederick Joseph Ricketts.

Schön Getragenes wurde natürlich auch geboten. «Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung» etwa, von James Last für den gleichnamigen Film geschrieben. Tänzerische Naturen fühlten sich wohl eher durch Kurt Gäbles Polka «Wir Musikanten» angesprochen, oder das André-Waignein-Arrangement des «Second Walz» von Dimitri Schostakovitsch.

Dass die Veteranen nicht vor jazziger Literatur zurückschrecken, bewiesen sie mit Chris Barbers «Ice Cream» zum Schluss. Dass sich das Spiel dabei konditionell seinen Grenzen nähert, tat dem Genuss nicht den geringsten Abbruch. Dabei begeisterte ein überzeugendes Drumset-Solo. Gut im Veteranenspiel integriert ist auch die Tambourengruppe unter der Leitung von Hans Luterbacher. Auf Holztrommeln gespielt kamen ihre drei Trommelvorträge «Pumperniggel», «Bäretanz» und «By Land and Sea» sehr gut an. Einen wahren Begeisterungssturm löste ihr «Calypsambo» von Alex Haefeli, gespielt auf verschiedensten Perkussions-Instrumenten, aus.

Der aus seiner südbadischen Heimat angereiste Walter Scholz betrat die Bühne – natürlich zur passenden Begleitung durch das Spiel – wie eh und je mit seiner Erkennungsmelodie. Die von ihm komponierte «Sehnsuchtsmelodie» wirkte über dem ganzen Trompetenregister so brillant und edel, wie er sich das wohl vorgestellt hat.

Riesige Konzerterfahrung

Mit fast 80 Jahren spielte er seine riesige Konzerterfahrung aus. Noch liess er seine Virtuosität auch beim Medley aus Trompeten-Hits aufblitzen. Auch wenn er die allerhöchsten Töne nur noch sparsam einstreut und die Zunge doch um eine Winzigkeit eigenwilliger geworden ist: Noch ist er ein grossartiger Trompeter.

Er punktete mit Teilen von hiesigen Volksliedern, die er in «Der alte Dessauer» einstreute. Vollends im Sack hatte er das Publikum im zweiten Konzertteil. Dazu trat er schwarz geschminkt auf. Weniger die Trompete, aber die Schminke und das legendäre weisse Taschentuch verrieten genug. Tatsächlich standen die Melodien, die Louis Armstrong zu Welthits machte, auf dem Programm.

Im Medley der von Scholz arrangierten Hits waren gut zu erkennen «What a Wonderful World» von George David Weiss oder Kurt Weils «Mackie Messer» und der Traditional «When the Saints». Natürlich wollte Scholz seine Teufelszunge auch noch bei einer Zugabe einsetzen.