Natur

Beim Pflanzenschutz bewegt sich viel im Kanton Solothurn

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln soll reduziert werden. (Symbolbild)

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln soll reduziert werden. (Symbolbild)

45 Prozent der Solothurner Ackerfläche werden schonend bewirtschaftet.

Der 2018 verabschiedete kantonale Massnahmenplan Pflanzenschutzmittel zeigt Wirkung. Ein grosser Teil der Massnahmen befindet sich in der Umsetzung. So verhindern zum Beispiel spezifische Waschplätze für Spritzgeräte das Versickern von Brühresten im Boden. Und bereits 45 Prozent der Ackerfläche werden ohne oder mit reduziertem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln bewirtschaftet.

Der kantonale Massnahmenplan ist gestützt auf den Aktionsplan Pflanzenschutzmittel des Bundes verabschiedet worden. Die Umsetzung erfolgt durch das Amt für Landwirtschaft und das Amt für Umwelt gemeinsam mit dem Bildungszentrum Wallierhof und dem Solothurner Bauernverband. Sie wird jährlich von einer kantonalen Kommission begleitet, in der auch der Verband der Einwohnergemeinden und die Umweltorganisationen vertreten sind.

Der Bund setzt Anreize zur Förderung der Ressourceneffizienz und von bestimmten Produktionssystemen (z. B. Bio, Anbau ohne Pilz- und Insektenbekämpfungsmittel, Verzicht auf Herbizide). Im Jahr 2019 wurden im Kanton Solothurn auf 4526 Hektaren mit Acker- und Dauerkulturen Pflanzenschutzmittel reduziert eingesetzt oder es wurde gänzlich darauf verzichtet. Diese Fläche entspricht rund 45 Prozent der gesamten Ackerfläche. In den nächsten Jahren soll dieser Anteil weiter erhöht werden.

Um dies zu erreichen, leistet das Bildungszentrum Wallierhof mit unabhängigen Informations- und Beratungsangeboten einen grossen Beitrag. Dank der eigenen Sortenversuche und Anbauerfahrungen können Empfehlungen aus erster Hand an die Bauern weitergegeben werden. Neben der Förderung von umweltschonenden Anbauverfahren werden die Anwender im Hinblick auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Pflanzenschutzmitteln sensibilisiert.

Bei der Wasserqualität noch nicht am Ziel

Komplex und sowohl für die Beratung wie die Umsetzung eine Herausforderung seien die verschärften Abstandsvorschriften zu Gewässern, Wohnflächen und Biotopen, wie es in einer Mitteilung zum Stand des Massnahmenplans heisst. Für den Erfolg des Aktionsplans ist nicht nur die Umsetzung der Massnahmen ausschlaggebend, sondern auch deren Wirkung. Hier bestätige die biologische Wasserqualität des Jahres 2019, dass die gemeinsamen Anstrengungen, auf Pestizide zu verzichten, noch weitergeführt werden müssen. Mit Hilfe der Massnahmen im Siedlungsbereich konnten dem Grundwasser rund 3,5 Tonnen Pestizide und Dünger erspart werden.

Rund ein Viertel aller Gemeinden im Kanton hat sich bereits an der Aktion «Ig bi suber» beteiligt und so Privatpersonen zur Rückgabe ihrer alten Mittel motivieren können. Auch die Gemeinden selber nehmen vermehrt ihre Vorbildfunktion wahr und verzichten gänzlich auf den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln. (szr)

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