Lebensmittelkontrolle
Beim Baden besser nicht zu viel Flusswasser schlucken

In Aare, Emme und Burgäschisee kann an den meisten Orten ohne Bedenken gebadet werden. Das zeigen die neuesten Messresultate der kantonalen Lebensmittelkontrolle. Am saubersten war das Wasser im Juli in der Aare in Altreu (Sandbank) und bei der Badi Solothurn sowie im Burgäschisee.

Stefan Frech
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Es waren dort nur wenige aus dem Abwasser stammende Kolibakterien und keine Salmonellen nachweisbar (Qualitätsklassen A und B). In der Aare bei Grenchen (Arch-Brücke) und in der Emme bei Derendingen hingegen ergaben die am 17. Juli genommenen Wasserproben, dass sich zu viele Darmbakterien im Wasser tummelten (Qualitätsklasse C; zu den Testresultaten und den Empfehlungen der Gesundheitsbehörden siehe www.lmk.so.ch).

Der Jahresbericht der kantonalen Lebensmittelkontrolle zeigt, dass letztes Jahr auch in Altreu und Solothurn Salmonellen nachgewiesen wurden. Die Bakterien können beim Menschen Durchfall und Erbrechen auslösen. Hierfür muss aber eine grössere Menge Badewasser verschluckt werden:

Tops und Flops im Berich der Lebensmittelkontrolle

Der Fisch ist frisch: Im Rahmen einer gesamtschweizerischen Kontrolle wurden 2011 im Kanton Solothurn sieben Fischverkaufsstellen inspiziert. Resultat: Sämtliche Proben waren qualitativ einwandfrei, der Fisch also frisch und richtig gelagert. Auch die Deklarationen, etwa woher der Fisch stammt, waren vollständig.

In Marroni ist oft der Wurm drin: Höchstens 15 Prozent der Edelkastanien (Marroni) in einer Tüte dürfen Fehler aufweisen. Das heisst: Sie dürfen nicht wurmstichig, verschimmelt, vertrocknet oder verkohlt sein. «Wie schon in den letzten Jahren haben wir Edelkastanien mit schlechter Qualität festgestellt», heisst es im Bericht der Lebensmittelkontrolle 2011. Bei einer von fünf Proben war fast jede dritte Marroni verwurmt. Die Ware wurde beschlagnahmt. Bei den meisten Proben waren nur 4 bis 8 Prozent der Marroni schlecht. Trotzdem: Der Kanton will die Kontrollen fortführen. (sff)

Am meisten Darmbakterien tummeln sich in den Solothurner Gewässern, wenn es kräftig regnet. Dann sind die Kläranlagen überfordert und müssen einen Teil der Abwässer aus den Haushalten ungeklärt in die Bäche und Flüsse leiten. Kantonschemiker Martin Kohler würde trotzdem der Bevölkerung nicht empfehlen, nach dem Regen einige Tage mit dem Sprung ins kühlende Nass zu warten. «Wichtig ist einfach, dass man beim Baden nicht zu viel Wasser schluckt.»

Im Notfall ein Badeverbot

Erreicht die gemessene Badewasserqualität die zweitschlechteste Kategorie C, empfiehlt das Bundesamt für Gesundheit, nicht zu tauchen und nach dem Baden gründlich zu duschen (die Bakterien können auch über Fingerlecken usw. in den Körper gelangen). Wenn noch mehr Bakterien im Wasser nachgewiesen werden und auch bei einer Nachkontrolle die Kategorie «D» erreicht wird, dann raten die Behörden aus gesundheitlichen Gründen vom Baden ab.

«Die Gemeinden müssen aufgrund unserer Informationen entscheiden, ob sie sogar ein Badeverbot aussprechen wollen», erklärt Kohler. «In den letzten Jahren ist das aber im Kanton Solothurn nie vorgekommen.» Die Wasserqualität sei ohnehin markant gestiegen, seit die Kläranlagen ab den 1970er-Jahren errichtet und ausgebaut wurden.

2013 wird häufiger kontrolliert

Ab nächstem Jahr soll in der ganzen Schweiz das Badewasser in Flüssen und Seen öfter gemessen werden. Die Richtlinien von 1991 werden nämlich durch die neue EU-Badewasser-Richtlinie ersetzt. Die Kantonschemiker müssen dann das Wasser mindestens fünfmal pro Badesaison untersuchen. Bis jetzt hat die Lebensmittelkontrolle im Kanton Solothurn zwei- bis fünfmal gemessen.

Dieses Jahr fanden im Kanton Solothurn vier Proben im Juli statt. «Wir planen, in den nächsten Wochen nochmals zu messen», verspricht Kohler. Noch ist nicht klar, wie die neue EU-Richtlinie im Kanton umgesetzt wird. Möglich ist, dass nicht mehr an allen acht Stellen im Kanton gemessen wird. Kohler findet die neue EU-Richtlinie gut. «Ihre Umsetzung ist jedoch aufwendiger.»