«Noch immer wissen viele nicht, wer eigentlich bei der Spitex arbeitet», sagt Beatrice Grolimund. Sie ist Geschäftsleiterin des Spitex-Verbandes Kanton Solothurn (SVKS). Ein paar nette Frauen, die Senioren zu Hause besuchen, bei der Körperpflege helfen und Strümpfe wechseln: Glaubt man Grolimund, so ist dieses Bild weitverbreitet.

Nun haben die öffentlichen Spitex-Organisationen dem Klischee den Kampf angesagt. Am nationalen Spitex-Tag morgen Samstag soll die Bevölkerung erfahren, warum die Pflegeorganisation eine «attraktive Arbeitgeberin» ist. Auch im Kanton Solothurn haben die rund 30 Spitex-Ableger zahlreiche Aktivitäten geplant.

Infostände und «Spitzbuben»

«Die lokalen Organisationen sind völlig autonom. Jede gestaltet den Spitex-Tag deshalb anders», erklärt Beatrice Grolimund. So wird es in Solothurn (auf dem Märetplatz) und in Bellach (beim Coop) Informationsstände geben.

In Grenchen hat das Spitex-Büro «Tag der offenen Tür». Im Thal werden in den Dorfläden Brotsäcke verteilt und in Kriegstetten erhalten die Klienten vom Spitex-Vorstand «Spitzbuben».

Mehr Verantwortung

Mit Blick auf die «wachsende Konkurrenz aus dem privaten Sektor» betont Beatrice Grolimund, dass bei der Spitex «Pflegefachpersonen wie in einem Spital» im Einsatz stünden. Wer bei der Spitex arbeitet, habe sogar noch etwas mehr Verantwortung zu tragen. «Bei Hausbesuchen», erläutert die SVKS-Chefin, «sind die Mitarbeitenden gewöhnlich alleine unterwegs.

In zusätzlichen Kursen würden sie auf diese Aufgaben gezielt vorbereitet. Immer häufiger bilden die öffentlichen Spitex auch selbst Fachkräfte in den Pflegeberufen aus. Solche Angebote werden gemäss Grolimund weiter ausgebaut. Wie notwendig die Ausbildungsplätze sind, zeigt eine Studie des Schweizerischen Gesundheitsobservatoriums: Die Nachfrage nach Pflegeleistungen zu Hause soll in den nächsten Jahren drastisch ansteigen.