Amtsgericht
Bei Überfall auf Goldschmied Schmiere gestanden: Litauer kommt mit milder Strafe davon

Ein 31-jähriger Litauer wird vom Amtsgericht Solothurn-Lebern zu einer teilbedingten Gefängnisstrafe von 24 Monaten verurteilt. Acht Monate davon muss er ins Gefängnis. Er war an einem brutalen Überfall auf einen Grenchner Goldschmied im März 2016 beteiligt.

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Vier Litauer stürmten im März 2016 den Laden, bedrohten den Grenchner Goldschmied mit einer Waffe, schlugen ihn nieder und fesselten ihn mit Handschellen. Die Waffe stellte sich im Nachhinein als Softair-Pistole heraus.

Weil der 31-jährige Mann, der sich am Freitag vor dem Amtsgericht Solothurn-Lebern verantworten musste, beim Überfall nur Wache gestanden ist, ist seine Strafe mild ausgefallen. Er kommt mit einer teilbedingten Gefängnisstrafe von 24 Monaten davon, 8 Monate davon muss er im Gefängnis absitzen, wie TeleM1 berichtet.

Wie aus der Anklageschrift hervorgeht, entfernte sich der Angeklagte vom Tatort an der Bettlachstrasse schon, bevor die beiden anderen das Geschäft verlassen hatten.

Der Litauer wird vor Gericht geführt.

Der Litauer wird vor Gericht geführt.

TeleM1

Der Litauer war 2016 als Teil einer Räuberbande in die Schweiz gekommen. Als er Anfangs dieses Jahr wieder einreisen wollte, wurde er festgenommen. Er gab sofort zu, den Überfall auf den Goldschmied mit drei Landsleuten verübt zu haben. Weil er vollumfänglich geständig war, ist die Hauptverhandlung nun im abgekürzten Verfahren durchgeführt worden.

Neben ihm wurden zwei weitere beim Überfall beteiligte Litauer festgenommen. Ein Täter ist noch flüchtig. Vom erbeuteten Schmuck im Wert von 116'000 Franken fehlt jede Spur. Die grossen Fische hat man mit den Festgenommenen nicht erwischt. «Diejenigen, welche man jetzt erwischt hat, sind die Handlanger», so Staatsanwalt Martin Schneider gegenüber dem Regionalsender. Die Arbeitgeber würden irgendwo in Litauen sitzen.

Der Überfall hatte für den Grenchner Goldschmied dramatische Folgen. Weil er auch nach diesem Erlebnis im März mehrfach das Gefühl hatte, observiert zu werden, beschloss er, sein Geschäft in der Innenstadt für immer zu schliessen. (ldu)