Jugendprojektwettbewerb
Bei Jugendlichen im Kanton Solothurn heissts alles andere als «null Bock»

Im Kofmehl wurden kreative und engagierte Jugendliche aus dem Kanton für ihr Schaffen geehrt. Von den 15 angemeldeten Projekten wurden acht auf die Shortlist aufgenommen. Jede Gruppe hatte fünf Minuten Zeit, sich vorzustellen.

Sven Altermatt
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Der Theater-Jugendclub U21

Der Theater-Jugendclub U21

Hansjörg Sahli
Jugendprojektwettwerb des Kantons Solothurn

Jugendprojektwettwerb des Kantons Solothurn

Hansjörg Sahli

Rolf Späti schien tief beeindruckt. «Es ist absolut genial», schwärmte er, «was Jugendliche im Kanton Solothurn alles leisten.» Am Donnerstagabend wurden im Solothurner Kofmehl herausragende Jugendprojekte ausgezeichnet, «nur solche, die auch wirklich durchgeführt worden sind», wie Späti betonte.

Die Gewinner 2013

Kategorie «Jugendprojekte»
• 1. Collective Percussion
• 2. DieFreezer.ch
• 3. Outlineseries#13

Kategorie «Institutionen»
• 1. Theater-Jugendclub U21
• 2. Quartierspielplätze Solothurn
• 3. Kulturlokal Coq d’Or

Der Präsident des kantonalen Verbandes für offene Jugendarbeit und seine sechs Jurykollegen hatten keinen leichten Job. 15 Projekte aus dem ganzen Kanton haben sich für den Wettbewerb angemeldet, acht davon wurden auf die Shortlist aufgenommen.

«Diese bringt zum Vorschein, was Solothurner Jugendliche im stillen Kämmerchen so treiben», meinte Anna Sollberger von der Jugendförderung Kanton Solothurn, die den Wettbewerb organisiert hat. Alle nominierten Projekte hatten, ganz demokratisch, genau fünf Minuten Zeit, um sich der Jury und dem Publikum zu präsentieren.

«Institutionen»: Theater-Jugendclub U21

Für theaterbegeisterte Jugendliche gehören sie im Solothurnischen zu den ersten Anlaufstellen: Die Jugendclubs des Jungen Theaters Solothurn. Jährlich werden neue Stücke geprobt, Stile ausprobiert und kleine Welten erschaffen. Ausgesprochen partizipative, versteht sich. Die Mitglieder der vier Jugendclubs spielen nämlich nicht nur Theater, sondern übernehmen auch Organisatorisches und Administratives. Nun hat der Jugendclub U21 für die Aufführung des Stücks «DNA» den kantonalen Jugendprojekt-Preis erhalten. «Dank den Theaterclubs erleben junge Menschen, was es heisst, auf der Bühne zu stehen», würdigte die Jury. In «DNA», geschrieben vom englischen Dramatiker Dennis Kelly, wird aus nachmittäglicher Langweile bitterer Ernst. Jugendliche quälen einen Gleichaltrigen, der auch zur Gruppe gehören will, mit sadistischen Spielchen. Das Ganze endet tödlich. Die U21-Truppe schafft es, mit simplen dramaturgischen Mitteln eine ungeheure Intensität auf die Bühne zu bringen. Die Jugendclub-Mitglieder und ihr Regisseur, Christoph Oser-Meier, schienen äusserst stolz auf ihren Preis. «Theaterspielen ist ein toller Ausgleich zum Alltag», waren sie sich einig. Jede Jugendgeneration hat ihr Theaterstück. Heute ist es Kellys «DNA», zu Schillers Zeiten waren es «Die Räuber». Diese bringt der U21-Jugendclub übrigens in der nächsten Saison auf die Bühne. (SVA)

Das Publikum durfte an diesem Abend übrigens seinen eigenen Sieger küren - es galt, möglichst viel Lärm zu machen und die Dezibelzahl nach oben zu treiben. Die Jury indes ehrte neben Jugendprojekten auch eine Institution, die ebensolche Projekte für Jugendliche organisiert. Überzeugend waren die Projektpräsentationen allesamt.

«Jugendprojekte»: Collective Percussion

Zur Auswahl standen Projekte mit viel Innovation und Pioniergeist, das Medienangebot von «DieFreezer.ch» zum Beispiel. Oder das Musikprojekt «Outlineseries#13» des Labels «Prefermusic». Gewonnen hat den Jugendprojekt-Preis schliesslich die Perkussionsgruppe «Collective Percussion». Die Entscheidung der Jury mag auf den ersten Blick überraschen. Wer «Collective Percussion» auf der Bühne im Kofmehl erlebt hat, versteht sie auf Anhieb. Die jungen Perkussionisten - sie stammen aus dem ganzen Kanton und sind zwischen 9 und 21 Jahre alt - brachten gute Laune in die Halle. Ihr Repertoire reicht von Jazz bis Klassik. Gespielt wird alles, was sich mit Conga, Djembe und Schlagzeug spielen lässt. Die Jury meinte: «Collective Percussion beweist, das Perkussion eine eigenständige Sparte ist» - mehr als Hintergrundbegleitung also. Das Highlight im letzten Jahr sei die Konzertreise in Spanien gewesen, erklärten die Mitglieder im Chor. Um sich die Reise zu ermöglichen, haben die Jugendlichen bei Konzerten im Kanton Solothurn Geld gesammelt. Das Preisgeld, das sie beim Jugendprojektwettbewerb erhalten haben, möchten sie wahrscheinlich in eine weitere Konzertreise investieren. Auch die Besucher waren von Collective Percussion überzeugt, sie lärmten lautstark. Das Messgerät zeigte 113 Dezibel, was locker für den Gewinn des Publikumspreises reichte. (SVA)

Jene der Jungs und Mädels von «DieFreezer.ch» aus Büren etwa, die ihr Medienangebot mit viel Schalk und Wortwitz vorstellten. Oder die Darbietung der Crew des Oltner Kulturlokals Coq d'Or, die sich per Liveschaltung ins Kofmehl beamte. Die Pfadi Wangen bei Olten präsentierte ihre «Highland-Games» in Schottenröcken, begleitet von einer Dudelsackbläserin.