Keine Krankheitsfälle
Bei Bimbosan geht Absatz nach Babynahrung-Rückruf kaum zurück

Die Welschenrohrer Säuglingsnahrungs-Produzentin Bimbosan AG ist nach einer Rückrufaktion offenbar noch mit einem blauen Auge davongekommen.

Franz Schaible
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Bimbosan-Säuglingsnahrung Super Premium 1

Bimbosan-Säuglingsnahrung Super Premium 1

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«Unsere Bestellungseingänge sind unverändert», sagt auf Anfrage Daniel Bärlocher, CEO der Bimbosan AG. Anfang Juni musste Bimbosan 3'000 Nachfüllbeutel «Super Premium 1» vom Markt nehmen, weil gefährliche Cronobacter-Bakterien in den betroffenen Chargen gefunden wurden. Allerdings kann er die Entwicklung beim Endkunden nicht aufzeigen. Man verkaufe über den Fachhandel, Drogerien und Coop und deren Absatzzahlen kenne Bimbosan nicht.

«Wir gehen aber davon aus, dass es – insbesondere nach der Publikation des Rückrufes – zu einer leichten Abnahme der Endnachrage gekommen ist.» Die Existenz der kleinen Unternehmung mit 22 Mitarbeitenden sei nicht gefährdet. Die 1932 gegründete Firma sei «fit und gesund». Angesprochen auf die Folgen des Rückrufes für den Betrieb befürchtete Bärlocher Anfang Juni: «Das Risiko eines gröberen Image-Schadens ist da.»

Weit über 500 Anrufe

Die Verunsicherung unter den Konsumentinnen und Konsumenten war aber gross. «Wir haben mit weit über 500 Kunden gesprochen, die sich wegen des Rückrufs auf unserer Hotline gemeldet haben», erklärt Bärlocher weiter. Es sei im direkten Gespräch gelungen, mit offener Kommunikation das Vertrauen in die Bimbosan-Produkte zu erhalten. «Von Beginn an konnten wir ausschliessen, dass weitere Produkte betroffen sein könnten. Zudem haben wir zusätzliche Sicherheitsmassnahmen getroffen.»

Wie die Bakterien in die Produkte gelangten, sei noch offen. Man habe die Verunreinigung bei systematisch durchgeführten Qualitätskontrollen selbst entdeckt. «Um die Ursachen festzustellen, arbeiten wir eng mit den Behörden und Labors zusammen.» Die Bakterien könnten bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern in seltenen Fällen zu schwerwiegenden Infektionen wie Hirnhautentzündung führen, hiess es in der damals publizierten öffentlichen Warnung des Bundesamtes für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen. Nach Angaben von Bärlocher sind bislang keine Krankheitsfälle aufgetreten.