Kanton Solothurn
Begabtenförderung: Wird genug getan oder ist alles nur «Schönfärberei»?

Tut der Kanton genug für hochbegabte Kinder? Diese Frage war in der Vergangenheit mehrfach Thema. Nun auch im Kantonsrat.

Drucken
Teilen
Die Regierung vertritt die Ansicht, dass im Kanton Solothurn genug für hochbegabte Kinder unternommen wird. (Symbolbild)

Die Regierung vertritt die Ansicht, dass im Kanton Solothurn genug für hochbegabte Kinder unternommen wird. (Symbolbild)

KEYSTONE/GAETAN BALLY

Tut der Kanton genug für hochbegabte Kinder? Diese Frage war in der Vergangenheit mehrfach Thema. Nun auch im Kantonsrat. Christian Scheuermeyer (FDP, Deitingen) hatte eine entsprechende Interpellation eingereicht. Ja, findet der Regierungsrat. So gebe es verschiedene Förder-Möglichkeiten im Rahmen des Regelunterrichts oder der speziellen Förderung. Die Regierung sieht keinen Bedarf für ein zusätzliches, kantonales Angebot.

Damit ist Scheuermeyer aber «maximal teilweise befriedigt», wie er am Mittwoch im Kantonsrat verkündete. So würden die Lektionen aus dem Pool der Speziellen Förderung vermehrt für schwächere Schüler eingesetzt – deshalb müsse dringend ein kantonales Konzept für die Begabtenförderung her. Das sagte auch SVP-Kantonsrat und Kantilehrer Roberto Conti (Bettlach). Es sei deshalb eine Illusion, dass die integrative Schule – zu der die spezielle Förderung gehört – funktioniere.

Franziska Roth (SP, Solothurn), ebenfalls Lehrerin, widersprach: Dass nur schwächere Schüler gefördert werden, gleiche einer Unterstellung. «Die Schule nimmt ihren Auftrag der individuellen Förderung für jedes Kind sehr ernst.» Barbara Wyss Flück (Grüne, Solothurn) hingegen bezeichnete die Antworten der Regierung als «Schönfärberei». Sie vermisse darin den Willen zur Weiterentwicklung.

Es bleibt beim Entschluss der Regierung, die FDP-Bildungsdirektor Remo Ankli zum Schluss verteidigte. Es gebe differenzierten Unterricht sowohl für schwächere als auch für stärkere Schüler. Optimieren könne man immer und überall, so Ankli. «Aber das koste dann halt wieder Geld.» (NKA)