Nachgefragt
Beat Gygax ist überzeugt: «Ohne Freiwilligenarbeit würde vieles nicht erledigt»

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Beat Gygax ist seit 2014 Präsident von Benevol, der Anlauf- und Vermittlungsstelle für Freiwilligenarbeit im Kanton Solothurn. Gygax ist in der Geschäftsleitung der sozialtherapeutischen Einrichtung Buechehof in Lostorf. Er hört nun als Präsident von Benevol auf. Eine Nachfolge wird gesucht.

Beat Gygax ist seit 2014 Präsident von Benevol, der Anlauf- und Vermittlungsstelle für Freiwilligenarbeit im Kanton Solothurn. Gygax ist in der Geschäftsleitung der sozialtherapeutischen Einrichtung Buechehof in Lostorf. Er hört nun als Präsident von Benevol auf. Eine Nachfolge wird gesucht.

Bruno Kissling

Welche Rolle spielt Freiwilligenarbeit im Kanton Solothurn?

Beat Gygax: Schauen Sie, was ohne Freiwilligenarbeit übrig bleiben würde: Vieles würde nicht erledigt, von nachbarschaftlicher Hilfe über Sportvereine bis zu Altersheimen. Freiwilligenarbeit hat in der ganzen Schweiz einen grossen Stellenwert mit 700 Mio. Stunden unbezahlter Arbeit. Ohne diese ginge es nicht in Gemeinden, im Sport, im Sozialen.

Was erhält der, der Freiwilligenarbeit leistet?

Wir haben Leute von unter 20 bis über 80 Jahre. Sie sagen: Ich kann etwas anderes tun als im Alltag, ich habe Freude und gebe anderen Freude. Freiwilligenarbeit ist vielleicht wertgeschätztere Arbeit, gerade weil sie unentgeltlich ist. Die Arbeit hat Sinn, Wirkung, Nutzen. Und ich kann mich selbst weiterentwickeln.

Was haben Sie selbst als Präsident von Benevol gelernt?

Es war nicht das erste Mal, dass ich Freiwilligenarbeit geleistet habe. Bei Benevol habe ich gelernt, dass man, beispielsweise bei der Finanzierung dranbleiben muss, damit man etwas erreichen kann.

Freiwilligenarbeit mag wichtig sein. Die Stelle Benevol aber erhält wenig Spenden. Warum?

Das ist tatsächlich schwierig. Die Gesellschaft will ja eine Koordination der Freiwilligenarbeit. Und die Gemeinden unterstützen uns derzeit. Aber sie sind auch sonst für vieles zuständig und zahlen auch dort. Sehr gut wäre es, wenn die Freiwilligenarbeit gesetzlich verankert wäre. Ein Vorstand von Benevol müsste die Energie nicht für die Finanzierung einsetzen, sondern für Projekte und Visionen.

Sie arbeiten bei einer Institution, die auch Freiwillige hat. Wo ist die Grenze zu bezahlter Arbeit?

Die Standards sind ganz klar. Freiwillige Arbeit darf bezahlte nicht konkurrenzieren. (LFH)

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