«Wir müssen die Stimmen in der Mitte behalten», begründet BDP-Kantonalpräsident Markus Dietschi den Vorschlag, den der Parteivorstand am Dienstagabend einstimmig getroffen hat. «Nur mit gebündelter Kraft kann das bürgerliche Lager seine Interessen sichern.»

Hintergrund des Vorschlages: Ab der kommenden Legislaturperiode stehen dem Kanton Solothurn nur noch 6 anstatt 7 Nationalratssitze zur Verfügung. Die Gefahr ist gross, dass die Mitte einen Sitz verliert: Akut gefährdet ist der zweite CVP-Sitz. Dietschi hofft, dass mit der Zusammenarbeit die Mitte weiterhin drei Sitze halten könnte und eine der Polparteien – SP oder SVP – ihren zweiten Sitz abgeben müsste. Diese wären sonst «überproportional vertreten», so Dietschi.

Zwar weiss BDP-Kantonalpräsident Markus Dietschi, dass der Vorstand der Freisinnigen eben gerade mitgeteilt hat, dass er mit keiner grossen Partei - also auch nicht mit der CVP - eine Listenverbindung eingehen will. Trotzdem will die BDP den Vorschlag nochmals auf den Tisch bringen. «Der Freisinn soll sich dann rechtfertigen, warum er dies nicht möchte», so Dietschi. «Es wäre falsch, wenn wir unseren Vorschlag nicht nochmals auf den Tisch legen würden.» Zudem hält er fest: «Definitiv hat die FDP noch nicht entschieden.» Deren Parteiversammlung ist erst Mitte Oktober.

Damit nötigt die BDP offenbar auch der FDP ein Bekenntnis ab, wie wichtig ihr die Mitte ist. Tatsächlich könnte diese Allianz für den Freisinn auch Chancen bieten: Sie hat mehr Stimmen als die CVP erhalten, die heute trotzdem zwei Sitze stellt.

Vor vier Jahren hat die BDP den Wunsch einer starken Mitteallianz bereits begraben müssen. In erster Linie wird die BDP mit der CVP das Gespräch suchen, wenn die grosse Allianz nicht klappt.
Unklar ist, ob eine Listenverbindung für die CVP oder die FDP interessanter wäre: Die FDP machte bei den letzten Wahlen, die Jungparteien miteinberechnet, rund 3500 Stimmen mehr als die CVP.