Das geplante Ausreisezentrum des Bundes auf dem Gebiet des Schachens mit bis zu 250 Plätzen beschäftigt neben der Standortgemeinde Flumenthal ganz besonders die Nachbargemeinde Deitingen.

Auch wenn das Areal sowohl für den Bund und den Kanton eine geeignete Lösung darstelle, so müssen «die Ängste der Bevölkerung ernst genommen» werden. Das fordert BDP-Kantonsrat Martin Flury aus Deitingen. In einer Interpellation fühlt er der Regierung diesbezüglich auf den Zahn.

«Wie gedenkt die Regierung, die Gemeinde für die ideellen Immissionen finanziell zu entlasten?», will er unter anderem wissen – und erhält eine abschlägige Antwort.

Auf eine solche direkte finanzielle Abgeltung werde seit jeher verzichtet, betont die Regierung in ihrer Stellungnahme.

Sie verweist stattdessen auf das «Kompensationsmodell», das sowohl bei Bundeszentren als auch bei kantonalen Durchgangszentren zur Anwendung komme.

So weise der Bund Standortkantonen von Bundesasylzentren weniger Personen aus dem Asylbereich zu, wodurch der Kanton und die Gemeinden entlastet würden.

Gleiches gelte für Gemeinden, die Standort eines kantonale Durchgangszentrums sind. Den Standortgemeinden werde die Hälfte der Kapazität des Durchgangszentrums bei ihrem Aufnahmesoll angerechnet.

Der «Schachen» ist sowohl als Bunds- also auch als kantonales Asylzentrum geplant. Da allerdings das geplante Zentrum ausschliesslich auf Flumenthaler Boden zu stehen kommt, profitiert auch nur diese Gemeinde von solchen Kompensationen.

Eine gewisse Hoffnung gibts allerdings für Deitingen: Es sei «zu klären, wie die Partizipation von Deitingen am gegenwärtigen Kompensationsmodell gewährt werden soll», heisst es immerhin. Und: «Wir sind der Ansicht, dass sich eine Form der Partizipation angesichts der geografischen Gegebenheiten rechtfertigt.»

Mitsprache hilft Ängste abbauen

Wie bis anhin soll auch künftig neben Flumenthal die Einwohnergemeinde Deitingen in die Projektplanung und deren Umsetzung einbezogen werden. Im Übrigen gibt der Kanton Entwarnung, was weitere Projekte betrifft, welche die Attraktivität des Naherholungsgebiets im Schachen weiter einschränken.

Neben der Justizvollzugsanstalt, dem Standplatz für Fahrende sowie dem Asylzentrum seien keine «vergleichbaren» Nutzungsformen vorgesehen.

Um Ängsten in der Aufbauphase des Asylzentrums in der Bevölkerung zu begegnen, verweist die Regierung zudem auf eine Begleitgruppe, in der die umliegenden Gemeinden Einsitz nehmen.

Hier können Probleme benannt und Lösungen vorgeschlagen werden. Ein Vorgehen, das sich bereits beim Asylzentrum Fridau in Egerkingen bewährt habe, so die Regierung.