Baumschutz
«Auch Bäume können einen Sonnenbrand bekommen»: Deshalb werden ihre Stämme mit Farbe angestrichen

In den letzten 30 Jahren wurden bei Jungbäumen vermehrt Schäden festgestellt. Hitze und Frost gelten als Verursacher. Mit weisser Schutzfarbe will der Kanton diesen Schäden zuvorkommen.

Dominik Bloch 1 Kommentar
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Gegen die intensive Sonneneinstrahlung hilft bei Bäumen eine Art Sonnencreme, wie hier in Wangen bei Olten.

Gegen die intensive Sonneneinstrahlung hilft bei Bäumen eine Art Sonnencreme, wie hier in Wangen bei Olten.

Bruno Kissling

Sind Menschen zu lange ohne Schutz an der Sonne, droht ein Sonnenbrand. Dies gelte nicht nur für Menschen. «Auch Bäume können einen Sonnenbrand bekommen, wenn sie der Hitze schutzlos ausgeliefert sind», schreibt Adrian Schaad, Abteilungsleiter des Strasseninspektorats des Kantons Solothurn.

In den letzten 30 Jahren wurden bei Jungbäumen vermehrt Schäden beobachtet. Die Hauptursache: die intensive Sonneneinstrahlung. Besonders gefährdet sind nach Schaad frei stehende Bäume mit einer aufgeasteten Krone. Dunkle Strassenbeläge, wie bei Kantonsstrassen, fördern die Hitzeentwicklung zusätzlich. Bestimmte Baumarten sind nach Schaad besonders gefährdeter:

«Anfällig sind vor allem dünnrindige Jungbäume wie Ahorn, Linde und Buche.»

Gegen die intensive Sonneneinstrahlung helfe laut Schaad bei Bäumen eine Art Sonnencreme. Jungbäume werden nach der Einpflanzung in zwei Phasen mit einer Langzeitschutzfarbe angestrichen. Wobei es wärmer als 10 Grad sein muss und der Baumstamm weder nass noch gefroren sein darf. Der weisse Baumanstrich halte für mehrere Jahre.

Selbiges Ziel verfolgen Schilf- oder Bambusmatten, welche um den Stamm angelegt werden. Die Ergebnisse sind nur teilweise befriedigend. Ihr Nachteil ist, dass sie weniger dauerhaft sind und Feuchtigkeit anziehen. Erhöhte Feuchtigkeit kann an Bäumen zu Schäden führen.

Neben Anstrich oder Schilf- sowie Bambusmatten sei eine richtige Ausrichtung der Jungbäume beim Umpflanzen wichtig. Die Ausrichtung müsse mit jener am alten Standort übereinstimmen. Auf der Südseite bilde der Jungbaum mehr Borkenstruktur, der natürliche Schutz vor der Sonneneinstrahlung.

Gefahr vor Pilzbefall

Ohne Schutz vor Sonneneinstrahlung und Hitze erhitzt sich die Rinde, die aufplatzen oder absterben kann. Dem Baum fehlt eine Schutzschicht vor Pilzen. Durch die Spalten in der Rinde dringen Pilze in den Baum ein. Wundparasiten wie der Spaltblättling, der Trockenheit und Hitze liebt, können den Baum befallen.

Ähnliche Schäden gebe es auch im Winter und im Frühjahr. Im Winter besteht eine erhöhte Gefahr, wenn die Temperaturdifferenz zwischen Luft und Rinde sehr gross ist und im Frühjahr bei grossen Temperaturunterschieden zwischen Tag und Nacht.

Tröpfchenbewässerungseinrichtungen fördern Wachstum von Jungbäumen

Eine optimale Wasseraufnahme ist für das Wachstum von Jungbäumen sehr wichtig. Sie haben noch kein ausgeprägtes Wurzelwerk. Für eine verbesserte Wasseraufnahme werden mobile Tröpfchenbewässerungseinrichtungen installiert. Neben Jungbäumen werden auch Bäume an nicht optimalen Standorten mit Tröpfchenbewässerungseinrichtungen versehen. So soll ihre Vegetation gefördert werden. Entsprechende Bewässerungssäcke sind aktuell entlang der Hauptstrasse von Solothurn nach Biberist im Einsatz. Dieser ist nach Schaad auf die Vegetationszeit beschränkt.

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