Deitingen/Flumenthal
Baugesuch für Bundesasylzentrum liegt vor – die Auflage folgt

Im Schachen in Deitingen sollen ab 2019 bis zu 250 Menschen untergebracht werden. Die Planung des Bundesasylzentrums geht voran. Allerdings fühlen sich die Deitinger Behörden von Bund und Kanton übergangen in der Planung.

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So sieht ein Zimmer im Bundesasylzentrum Perreux NE aus. So oder so ähnlich werden die Zimmer auch im geplanten Bundesasylzentrum in Deitingen wahrscheinlich aussehen. A 2019 sollen dort 250 Menschen untergebracht werden. (Symbolbild)

So sieht ein Zimmer im Bundesasylzentrum Perreux NE aus. So oder so ähnlich werden die Zimmer auch im geplanten Bundesasylzentrum in Deitingen wahrscheinlich aussehen. A 2019 sollen dort 250 Menschen untergebracht werden. (Symbolbild)

Keystone/Manuel Lopez

Schritt für Schritt geht die Planung des Bundesasylzentrums in Deitingen voran. Im Schachen sollen ab 2019 bis zu 250 Menschen untergebracht werden, die auf einen Asylentscheid warten oder die Schweiz verlassen müssen. Dazu will der Bund als Bauherr ein sogenanntes Ausreisezentrum errichten. Zuvor ist ein Bewilligungsverfahren nötig.

Das Baugesuch wird sowohl in der Standortgemeinde Flumenthal aufgelegt als auch in Deitingen, das von den Auswirkungen des Betriebs stärker betroffen sein wird. Damit wird der Kreis jener ausgeweitet, die den Rechtsweg beschreiten könnten.

Auf Anfrage bestätigt Deitingens Gemeindepräsident Bruno Eberhard, dass das Baugesuch vergangene Woche eingegangen ist. Bevor dieses aufgelegt und eingesehen werden kann, wird es nun von der Baubehörde der Gemeinde geprüft. «Wir klären die Publikationswürdigkeit ab», so Eberhard.

Weil diverse Anforderungen erfüllt werden müssten, könne dieser Prozess zwischen vier bis zu sechs Wochen dauern. Damit könnte es März werden, bis die Öffentlichkeit in die Pläne Einsicht nehmen kann. Laut Eberhard ist Dauer und Intensität der Vorprüfung in diesem Fall nicht aussergewöhnlich.

Fragen bleiben offen

Die Deitinger Behörden fühlen sich von Bund und Kanton übergangen. Das Asylzentrum werde an der Gemeinde vorbeigeplant, heisst es. Im Dezember schickte der Gemeinderat einen Katalog mit kritischen Fragen an das Staatssekretariat für Migration sowie an die kantonalen Behörden. Antworten gab es laut Eberhard bisher nicht.

«Vielleicht beantwortet sich die eine oder andere Frage mit der Auflage des Baugesuchs», so der Gemeindepräsident. In das Komitee gegen das Asylzentrum, das vergangene Woche gegründet wurde, sei die Gemeinde nicht involviert.

Auch jenseits der Aare ist das Baugesuch eingetroffen, wie Flumenthals Gemeindepräsident Christoph Heiniger bestätigt. Die Prüfung der Unterlagen werde «einige Wochen in Anspruch nehmen». Vor der Baugesuch-Auflage wollen sich die Baubehörden von Deitingen und Flumenthal absprechen, zumal das Bundesasylzentrum über Deitinger Gebiet erschlossen wird.

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