Welschenrohr
Bäuerinnen sollen sich mehr Auszeiten nehmen

150 Bäuerinnen und Landfrauen besuchten die Delegiertenversammlung in Welschenrohr. Andreas Vögtli, Präsident Solothurnischer Bauernverband, lobte die engagierte und teils freiwillige Arbeit, die die Frauen für Bauernfamilien und Gesellschaft tun.

Benildis Bentolila
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Rita Hänggi-Saner aus Beinwil führte als Präsidentin des Solothurnischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands erstmals durch die Delegiertenversammlung.

Rita Hänggi-Saner aus Beinwil führte als Präsidentin des Solothurnischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands erstmals durch die Delegiertenversammlung.

Benildis Bentolila

«Ich habe mich oft gefragt, was ihr eigentlich macht», schmunzelte Welschenrohrs Gemeindepräsident Stefan Schneider bei seiner Begrüssung. «Nachdem ich den Vormittag mit euch verbracht habe, weiss ich es jetzt. Und ich bin beeindruckt, besonders von den Welschenrohrfrauen.» Andreas Vögtli, Präsident Solothurnischer Bauernverband, lobte seine Kollegin Rita Hänggi, die zum ersten Mal die Delegiertenversammlung leitete: «Du wohnst zwar abgelegen, aber man merkt, als Wirtin vom Vorderen Erzberg bist du mittendrin im Geschehen.»

Er dankte den Landfrauen und Bäuerinnen für das, was sie jahraus, jahrein tun für Bauernfamilien und Gesellschaft. Auch Felix Schibli, Chef des Amts für Landwirtschaft, lobte die Frauen: «Immer wieder stelle ich fest, dass ihr mit Herzblut arbeitet.» Gemäss den Erhebungen vom Bundesamt für Statistik würden jährlich 370 Millionen Stunden institutionalisierte Freiwilligenarbeit verrichtet, ein unbezahlbarer Beitrag für die Gesellschaft. «Und daran leistet ihr, liebe Bäuerinnen, liebe Frauen, einen riesigen Anteil.»

«Ich bin nervös»

Vor Beginn der 83. Delegiertenversammlung des Solothurnischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands (SBLV) in Welschenrohr erkundigten sich Dutzende Frauen bei Präsidentin Rita Hänggi, ob sie nervös sei. «Natürlich bin ich nervös», lachte sie, «schliesslich trete ich nicht jeden Tag vor etwa 150 Frauen und ein paar Männern auf.» Es war ihre erste Versammlung und sie hätte nicht besser gelingen können. Zielstrebig führte sie durch die Traktanden, rief die Frauen auf, sich bewusst Auszeiten zu nehmen und es auch auszuhalten, sollte von irgendwelcher Seite Protest kommen.

«Gerade wir Bäuerinnen, die wir meistens Wohn- und Arbeitsort am selben Platz haben, müssen Abstand schaffen», sagte sie. Eine Bürofrau ärgere sich über Kollegen und die Chefin, aber abends stelle sie den Computer ab und begebe sich in ein anderes Umfeld. Nicht so die Bäuerinnen. «Auch abends müssen wir oft mit dem Mann und Betriebsleiter, eigenen und angeheirateten Kindern weiter diskutieren über Themen, die uns während des Tages beschäftigen.»

Lob für den Haushaltservice

Das 5-Jahr-Jubiläum des Haushaltservice Solothurn wurde gefeiert, die Initiantinnen und Team-Mitarbeiterinnen geehrt. 2010 haben die Frauen 2499 Stunden geputzt, gekocht, betreut, gewaschen und gebügelt und im 2014 waren es bereits 5745 Stunden. «Das Geschäft blüht weiterhin», lachte Vermittlungsstelle-Leiterin Nadja Kupper, «deshalb suchen wir weitere Mitarbeiterinnen.»

Drei Frauen traten als Sektionspräsidentinnen zurück, nämlich Rosa Widmer, Steinhof; Annemarie Wyss, Bonigen; Ursula Plattner, Winznau. Sie werden ersetzt durch Sabine Havelka, Jeannette Iseli und Corinne Zimmerli. Geehrt als neue Bäuerinnen mit Fachausweis wurden Kummer Melanie, Messen, Corinne Lüthi, Hauenstein, Miriam Schluep, Schnottwil, und Martina Studinger, Dulliken.

Während des Apéro stellten Trachtenfrauen vom Schwarzbubenland bis ins Bündnerland ihre aparten Trachten vor. Am Nachmittag präsentierte Richard Bolli, Leiter Naturpark Thal, seinen und andere Pärke in der Schweiz.

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