Noch diese Woche sollen die Bauarbeiten rund um die neue Gondelbahn vergeben werden; die Abbrucharbeiten an der Tal- und der Mittelstation sind weit vorangeschritten: «Wir sind im Fahrplan – der ist allerdings eng», stellt Urs Allemann fest. Der Verwaltungsratspräsident der Seilbahn Weissenstein AG (SWAG) baut weiter darauf, dass die Bahn im kommenden Herbst tatsächlich in Betrieb gehen kann.

Das zu vergebende Auftragsvolumen kann sich mit 3 bis 4 Mio. Franken sehen lassen. Erfreulich für den regionalen Arbeitsmarkt: Laut Allemann sollen die Arbeiten «wo immer möglich an einheimische Unternehmen» vergeben werden. Wenn das Wetter weiterhin gut mitspielt, dann soll auch die Bergstation bald einmal weichen.

Dies, nachdem eine Initiative gescheitert ist, das alte Gebäude an einen anderen Standort auf dem Berg zu verschieben – zum Andenken an die alte «Sässelibahn». Diese Idee sei aber «vom Tisch», sagt Allemann: Einerseits sei es eine Sache der Finanzen gewesen, zum andern aber auch eine bewilligungsrechtliche Frage.

Die Belästigungen klein halten

«Wir nehmen so gut wie immer möglich Rücksicht auf die Bevölkerung von Oberdorf», sagt der SWAG-Verwaltungsratspräsident. Dies mit Blick auf unvermeidbare Unannehmlichkeiten durch Bauarbeiten sowie Transporte von Abbruch- und Baumaterialien. Im Bemühen, Friktionen nach Möglichkeit zu vermeiden und einen direkten Dialog zu pflegen, finde in diesen Tagen ein Treffen mit den Gemeindebehörden von Oberdorf statt.

Gewissen Lärmbelästigungen durch umfangreiche Helikoptertransporte sind laut Allemann voraussichtlich im Mai zu erwarten: Eine grosse, zweirotorige Maschine werde die auf dem Rüstplatz in Oberdorf vorbereiteten Teile der neuen Masten an ihren jeweiligen Standort auf der Seilbahnstrecke fliegen.

Zusammenarbeit mit Kurhaus nötig

Urs Allemann unterstreicht, dass die neue Bergbahn und die Gastbetriebe auf dem Berg «eine Schicksalsgemeinschaft» bilden: «Die Zusammenarbeit ist für alle Beteiligten zwingend.» Der Kooperation mit dem neuen Kurhaus-Pächter, der Firma «Hüttenzauber» aus der Lenk, sehe man optimistisch entgegen. Zentral ist aus Sicht der Bergbahn-Verantwortlichen aber, dass im Kurhaus bald die fälligen Investitionen vorgenommen werden.

Sollte denn nicht die SWAG selber das Kurhaus von der jetzigen Besitzerin, der Regiobank Solothurn, übernehmen? «Dafür fehlen der Bahn die Mittel», kommt dezidiert die Antwort des VR-Präsidenten. Mit Blick auf ein nötiges Investitionsvolumen von deutlich über 10 Mio. Franken sei ein Kauf unrealistisch. Denn: «Eine solche Investition kann man auf dem Weissenstein schlicht nicht erwirtschaften», ist für Allemann klar. Gefragt seien in diesem Fall Investoren, die nicht in erster Linie auf Profit aus seien – allenfalls auch die öffentliche Hand.

Gespräche zwischen der SWAG und der Regiobank finden gemäss Urs Allemann aktuell denn auch keine statt. Regiobank-Verwaltungsratspräsident Felix Leuenberger hat erst kürzlich erklärt, dass die Bank bezüglich des Kurhaus-Verkaufes «nicht unter Zeitdruck steht, um eine gute Lösung zu finden». Man sei offen für alle Interessenten – auch für eine Anfrage der SWAG. Laut Leuenberger ist es auch keinesfalls so, dass «die Regiobank an den Meistbietenden verkaufen» wolle.