«Mit wem sollen wir fusionieren? Mit Bärschwil? Dann sind wir noch nicht viel weiter», fasste die Grindler Gemeindepräsidentin Ursula Borer die schier ausweglose Situation zusammen. Eine Lösung konnte auch Daniel Schwörer, Leiter Stabsstelle Gemeinden Baselland, nicht aus dem Ärmel schütteln. Doch er öffnete zumindest die Tür einen Spaltbreit.

An der Veranstaltung der Vereinigung für eine starke Region Basel/Nordwestschweiz war er jüngst in Laufen als Podiumsgast eingeladen. In seinem Votum erklärte er, dass eine Gemeindefusion über die Kantonsgrenzen hinweg zwar einige staatsrechtliche Probleme aufwerfe. Wenn eine solche Fusion aber dem Willen der Gemeinden entspreche, so müssten die Regierungen und Parlamente einen Weg finden, um dies möglich zu machen.

Kantonsstruktur für Fremde offen

Für Solothurner Gemeinden, die nicht so lange untätig warten möchten, hatte Schwörer noch ein weiteres Angebot: Sie dürfen bei den geplanten Baselländer Regionalkonferenzen mitmachen. Im neuen Baselländer Gemeindestrukturgesetz, das im Augenblick in Bearbeitung ist, sind statt der bisherigen Bezirke sechs Regionen vorgesehen, analog den KESB-Kreisen. In diesen Regionen sollen die Gemeinden ihre Zusammenarbeit diskutieren.

Einer, der Schwörers Angebot sehr interessiert zur Kenntnis nahm, war der Bättwiler Gemeindepräsident François Sandoz, der ebenfalls Teilnehmer am Podium war. «Es macht für uns Solothurner Leimentaler wenig Sinn, mit Dornach zusammen zu planen», erklärte er. Bättwil gehöre klar in die Region Leimental - und dies über die Solothurner und Baselbieter Kantonsgrenzen hinweg. Am liebsten würde er eine Fusion aller fünf Gemeinden im Solothurner Leimental sehen. Doch dafür scheint es noch zu früh zu sein.

Immerhin: Eine Fusion mit Witterswil ist in greifbare Nähe gerückt. Schon Ende Mai stimmen die beiden Nachbargemeinden darüber ab, ob die Fusionsplanung angepackt werden soll.

Klotzen statt kleckern

Von Podiumsteilnehmer Peter Weber, Gemeindepräsident von Mettauertal, erhielt Sandoz Tipps und Ermunterung. Weber hat vor vier Jahren die Fusion von fünf kleinen Aargauer Orten zur Gemeinde Mettauertal hautnah miterlebt. Mettauertal ist mit grosszügiger Hilfe des Kantons nun schuldenfrei und konnte den Steuerfuss um 10 Prozentpunkte senken. Die Dienstleistungen für die Einwohner hätten sich verbessert.

Und: «Früher haben wir im Gemeinderat darüber diskutiert, ob wir den Beitrag an den Fussballverein von 50 auf 70 Franken erhöhen wollen. Nun können wir strategisch planen», erklärte Weber. Statt fünf ineffizienter Gewerbezonen habe die neue Gemeinde nun eine grosse und attraktive Gewerbezone auf die Beine stellen können. Weber verschwieg nicht, dass bei einer Fusion auch reichlich Späne fallen. Vor allem, wenn sich nach dem Fusionsentscheid zeige, dass Schulen geschlossen werden.

Eine ganz grosse Fusion strebt die Vereinigung für eine starke Region Basel/Nordwestschweiz an, die das Podium organisiert hatte. Langfristiges Ziel ist ein Kanton Nordwestschweiz. Bis es so weit ist, setzt sie sich für eine bessere Zusammenarbeit der Nordwestschweizer Kantone ein, erläuterte die Präsidentin und Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter den 40 Anwesenden.