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Bankangestellte werden für «Enkeltrickbetrug» sensibilisiert

Bankangestellte sollten ältere Leute bei Verdacht auf Enkeltrickbetrug auf diese Masche aufmerksam machen. (Symbolbild)

Bankangestellte sollten ältere Leute bei Verdacht auf Enkeltrickbetrug auf diese Masche aufmerksam machen. (Symbolbild)

Im Kanton Solothurn wurden soeben zwei Rentnerinnen Opfer von sogenannten Enkeltrickbetrüger. Die Senioren selber merken meist nicht, dass ihnen Geld abgeknöpft werden soll. Doch sind Bankangestellte auf solche Fälle sensibilisiert?

In den letzten Tagen wurden gleich zwei neue Fälle von Enkeltrickbetrug im Kanton Solothurn publik. Eine Rentnerin übergab am Mittwoch einer Frau, die sich als ihre Nichte ausgab, mehrere 10'000 Franken. Und erst gestern Donnerstag ereignete sich ein sehr ähnlicher Betrug in Biberist. Die Betrüger gehen meist geschickt vor und gaukeln den gutgläubigen Senioren am Telefon vor, in Not zu sein und deshalb die finanzielle Hilfe der angeblichen Verwandten zu benötigen.

Die älteren Menschen werden selber leider meistens nicht stutzig. Doch Bankangestellten könnte doch auffallen, wenn jemand mehrere 10'000 Franken in bar abhebt. Werden die Mitarbeiter der Banken für solche Fälle sensibilisiert?

José Luis Taboada, Sicherheitsexperte der Raiffeisenbank Solothurn, erklärt: «Wir nehmen das Thema Enkeltrickbetrug sehr ernst. Wir machen unser Personal in Schulungen darauf aufmerksam und informieren sie.» Die Mitarbeiter sollten bei älteren Leuten im Zweifelsfall nachfragen, wofür sie denn das viele Geld brauchen würden. «Gerade bei grösseren Beträgen, die bar abgehoben werden. Denn das ist ja heutzutage nicht mehr üblich», so Taboada.

Auch Peter Oetliker, Bereichsleiter Marktsupport & Logistik bei der Regiobank Solothurn, bestätigt, dass Enkeltrickbetrug bei ihnen diskutiert wird. In der Regiobank gäbe es zwar keine Schulungen dazu, aber es existiere ein Alarmsystem unter Banken, das unter anderem Fälle wie solche des Enkeltrickbetrugs registriere. «Wenn sich ein solcher Vorfall ereignet, orientieren wir unser Team an der Front erneut», sagt Oetliker.

Bei der Baloise Bank SoBa lautet die Antwort: «Selbstverständlich ist dies bei uns ein Thema. Im Rahmen unserer Sicherheitsausbildung behandeln wir mit unseren Beratern das Vorgehen bei Verdacht auf Enketrickbetrug», sagt Marco Sauser, bei der SoBa verantwortlich für PR und Kommunikation. «Gerade bei grösseren Unregelmässigkeiten auf einem Konto ist es wichtig, das die Mitarbeiter nachhaken», meint er. 

Auf Betrugsmasche aufmerksam machen

Die Kantonspolizei Solothurn bittet aufgrund der aktuellen Fälle zu erhöhter Vorsicht. In Bezug auf die Bankangestellten meint Bruno Gribi, Mediensprecher der Kapo: «Wenn ihnen etwas Verdächtiges auffällt, ist es sehr wichtig, dass sie nachfragen. Wenn ein Kunde aber keine Auskunft geben will, können sie nichts unternehmen.»

Was die Bankangestellten in einer solchen Angelegenheit jedoch immer tun sollten: «Sie können die älteren Personen darauf aufmerksam machen, dass es diese Betrugsmasche überhaupt gibt und zur Vorsicht mahnen», so Gribi.

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