Livio Achermann ist ständig in Bewegung: Seine grösste Leidenschaft ist das Tanzen, aber auch als Model, Artist und Künstler fühlt er sich verwirklicht. Das wird heute Freitagabend erstmals ein grosses Fernsehpublikum erfahren. Denn der 22-Jährige hat sich für die erste Staffel der neuen Show Switzerland’s next Topmodel qualifiziert (siehe Kasten).

Auf Instagram und Facebook machten ihn viele Menschen überhaupt erst auf das Casting aufmerksam und animierten ihn, es selbst auch zu versuchen. «Natürlich will ich gewinnen, wie jeder andere auch», sagt Achermann. Dabei setzt der Balsthaler auf seine bisherige Modelerfahrung. Auch seine langen Haare und sein südländisches Aussehen würden ihn von den anderen Kandidaten abheben und könnten ihm mehr Aufmerksamkeit verschaffen.

Zudem plant er, seine tänzerischen Fähigkeiten in der Show zu präsentieren. Aber vor allem wolle er die mediale Aufmerksamkeit als Sprungbrett nutzen, um im Business weiterzukommen. Und er profitiere davon, dass er erstmals in seiner Model-Karriere tiefgründiges Feedback zu seinen Stärken und Schwächen erhalte.

Achermann ist gespannt auf den Start am Freitagabend: Er wird die Premiere mit Freunden und Familie an einem grossen Public Viewing in Zürich verfolgen. Denn bis auf das Live-Finale am 23. November sind die Aufnahmen für die Show schon im Kasten. Aber logischerweise darf er seinen Freunden vor der Ausstrahlung noch nichts von seinen Erfahrungen berichten. «Ich freue mich sehr, wenn ich endlich alles erzählen kann.»

Temperament von der Mutter

Als Sohn einer Brasilianerin und eines Schweizers wurde Achermann im Tessin geboren. So sprach der junge Livio zunächst vor allem Italienisch. Mittlerweile ist Schweizerdeutsch zu seiner Hauptsprache geworden und neben Italienisch hat er auch Portugiesisch gelernt. Obwohl er sich primär als Schweizer fühle, habe er von der Mutter das südamerikanische Temperament geerbt.

Zum Schuleintritt zog die Familie nach Balsthal um, wo er bis heute im gleichen Haus wohnt und seine Leidenschaft fürs Tanzen und seine künstlerische Begabung entdeckte. «Ich war schon immer ein Chaot und hab gerne getanzt, gezeichnet und war viel unterwegs.» Mit 13 entdeckte er Breakdance. Ein Jahr später schloss er sich im Dorf einer Breakdance-Crew an: «Das war eine super Zeit. Wir haben zusammen trainiert, abgehängt und gebattlet», erinnert er sich. Als er mit 15 Jahren in einer Solothurner Tanzschule unterrichtete und trainierte, sei er immer wieder darauf angesprochen worden, wieso er nicht modle. Erste Aufträge ergaben sich, nachdem eine Model-Kollegin spontan ein Fotoshooting von ihm machte und die Bilder herumreichte.

Obwohl die Wege der Dance-Crew im Lauf der Jugend auseinandergegangen sind, hat er bis heute einen guten Draht zu seinen Kollegen aus der Region. Achermann selbst absolvierte eine Lehre zum Logistiker, aber sein Fokus blieb immer auf dem Verwirklichen seiner künstlerischen Ambitionen. Aus dem ersten Fotoshooting entstanden Folgeaufträge und so nahm auch seine Modelkarriere langsam Fahrt auf.

Zwischen Balsthal und Berlin

Neben Balsthal ist Achermann mittlerweile auch in Berlin zu Hause. Für die Vorbereitung einer im Januar startenden internationalen Tournee mit einer Berliner Tanzgruppe pendelt er häufig zwischen beiden Orten. Obwohl Balsthal und Berlin bis auf den Anfangsbuchstaben kaum unterschiedlicher sein könnten, muss er nicht lange überlegen, wo er sich zu Hause fühlt. «Berlin ist geil und es ist viel los, aber dort bin ich alleine. Ich bin lieber hier wo ich alle meine liebsten Menschen um mich habe.»

Egal wie er in der Casting-Show abschneidet: Achermann will künftig voll auf seine akrobatischen Künste und seine Modelambitionen setzen. Vor einem Dreivierteljahr hat er dafür seinen alten Job gekündigt. «Ich habe keinen Plan B, aber ich bin überzeugt, dass es gut kommt.» So will er sich beim erotischen Zirkus Ohlala von Gregory Knie bewerben und sich als Zirkusartist etablieren. Er braucht keine Überwindung, um sich am Freitagabend in knapper Unterwäsche vor grossem Publikum auf dem Laufsteg zu zeigen.