Balsthal
Wo Kinderkleider Verkaufsschlager sind

Zum 10. Mal organisiert eine Gruppe junger Mütter in Balsthal eine Kinderkleiderbörse im katholischen Kirchgemeindehaus.

Fränzi Zwahlen
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An der Kinderkleiderbörse im Saal des katholisches Pfarreiheim in Balsthal konnte so richtig gestöbert werden.

An der Kinderkleiderbörse im Saal des katholisches Pfarreiheim in Balsthal konnte so richtig gestöbert werden.

Patrick Luethy

Ab dem späteren Freitagnachmittag war im katholischen Pfarreiheim in Balsthal viel los. Eine Gruppe junger Mütter begann, die am Samstag stattfindende Kinderkleiderbörse einzurichten. Michelle Bur erklärt, wie die Vorarbeiten für die zum 10. Mal stattfindende Börse vor sich gehen: «Wer Kinderkleider, diesmal für die Wintersaison, zu verkaufen hatte, konnte sich via Mail vorab bei uns melden. Wir vergaben dann pro Verkäuferin - meistens sind es Mütter - Nummern, mit welchen alle Kleider per Etikette beschriftet werden sollen. Ebenfalls soll auf der Etikette auch der Preis des jeweiligen Kleiderstücks zu lesen sein.»

Da die Organisation noch vor den neuesten Corona-Weisungen gestartet wurde, beschloss man im Innenbereich höchstens 35 Verkäuferinnen zuzulassen; im Aussenbereich, auf der Terrasse vor dem Pfarreiheim, welche zum zweiten Mal miteinbezogen wurde, konnten 15 Stände zum Verkaufen genutzt werden. «Diese Stände können die Frauen dann selbst bestücken und ihre Sachen ohne unsere Organisation verkaufen. Sie müssen aber die Stände auch selbst bedienen», so Bur.

Das grosse Kleidersammeln am Freitag

Bis Freitagabend etwa um 19 Uhr sollten alle Kinderkleider, Schuhe, Spielsachen, Kindersitzli oder Kinderskis im Pfarreiheim angekommen sein, erklärt Michelle Bur das weitere Prozedere. «Danach gehts darum, die Sachen zu sortieren.»

Etwa 25 Frauen helfen bei dieser Arbeit. Die angelieferten Kartons und Taschen werden ausgepackt und nach Grössen in Kistli gelegt. Danach wird weiter sortiert: Unterwäsche, T-Shirts, Pullover, Hosen, Jeans, Jacken, Kleidchen. Alles wird in auf dem jeweiligen «Grössen-Tisch» schön ausgelegt oder aufgehängt. «Es sind dieses Jahr im Grossen und Ganzen etwas weniger Stücke als frühere Jahre», sagt Bur. Der Grund liege ganz einfach darin, dass nur die beschränkte Anzahl Verkäuferinnen zugelassen wurden.

Auch im Aussenbereich wurde heftig gekauft und auf Schnäppchen gehofft.

Auch im Aussenbereich wurde heftig gekauft und auf Schnäppchen gehofft.

Patrick Luethy

Es gibt ein paar Regeln, welche die Verkäuferinnen einzuhalten haben: «Die Sachen müssen ohne Flecken und gewaschen sein. Auch die Spielsachen und sonstigen Waren müssen sauber sein - einfach in dem Zustand, in dem man selbst etwas kaufen würde.» Bei der Preisgestaltung mischen sich die Organisatorinnen nicht ein. «Es ist die Sache der Verkäuferinnen, die Preise zu bestimmen.» Da können sich dann schon Unterschiede herausstellen. Ein Auto-Kindersitz für 15 Franken - der fast gleiche für 40 Franken. «Wenn wir in den Taschen Sachen entdecken, die nicht ins Konzept passen, kommen sie gar nicht auf die Tische», sagt Michelle Bur weiter.

Auch etwas für die Nachhaltigkeit tun

Am Samstag ist der grosse Verkaufstag. «Von jedem verkauften Stück wird die Etikette weggenommen und der Betrag einkassiert. Die Nummern werden gesammelt und am Ende abgerechnet. «Zu den besten Zeiten erwirtschafteten wir einen Umsatz von bis zu 5000 Franken», erzählt Annette Müller, zuständig für die Kasse.

Vom erlösten Betrag gehen 10 Prozent an die Organisatorinnen, eine Unterabteilung der Balsthaler Frauengemeinschaft. Über die Gründe, warum Kinderkleider an einer Börse gekauft oder verkauft werden, kann man nur spekulieren. «Entweder weil es preislich interessant ist oder weil man auch etwas für die Nachhaltigkeit tun will - ohne dies gross an die Glocke zu hängen», sagt Michelle Bur.

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