Am Donnerstag ging ein Asylant in Schönenwerd in der Aare unter. Nach der Bergung verbesserte sich sein Zustand nicht mehr und der 19-Jährige verstarb am Freitag im Spital. 

Dieser Vorfall ist keine Einzelerscheinung. So gab es zum Beispiel im Kanton Zürich und im Kanton Aargau ähnliche Ereignisse. Auch dort kam es zu tödlichen Unfällen, weil Asylbewerber baden gingen, ohne sich mit den Gewässern auszukennen oder genügend gut schwimmen zu können.

Obwohl in den letzten Wochen vermehrt Meldungen über Badeunfälle von Asylsuchenden auftauchten, werden im Kanton Solothurn keine weiteren Sicherheitsmassnahmen getroffen. Das kantonale Amt für soziale Sicherheit behält die alten Vorkehrungen bei, wenn es darum geht die Asylbewerber vor möglichen Gefahren zu schützen.

«Es gibt keine speziellen Massnahmen aufgrund der Badeunfälle – während begleiteten Freizeitaktivitäten kommen mögliche Gefahren aber zur Sprache», informiert die Leiterin des kantonalen Amts für soziale Sicherheit Claudia Hänzi. Die Asylbewerber werden also im Allgemeinen auf Risiken, die in ihrem Alltag in der Umgebung auftreten, hingewiesen.

Auch über das Schwimmrisiko in der Aare sollten sie sich deshalb im Klaren sein. «In den kantonalen Asylzentren müssen sich die Asylsuchenden an- und abmelden. Wenn jemand schwimmen gehen will, wird er zur Vorsicht ermahnt», so Hänzi.

Für alles Weitere sind die Betreuer in den Zentren nicht mehr zuständig. Claudia Hänzi sagt ganz klar: «Es handelt sich bei den Asylsuchenden in den Kollektivunterkünften nicht um Minderjährige, sondern um erwachsene und selbstständige Personen. Sie werden in den kantonalen Zentren betreut und informiert – aber wir können niemandem hinterhersteigen.»

Die Asylbewerber sollten aufgrund ihrer Betreuung somit genügend über Unfallrisiken informiert sein. Die Amtschefin der sozialen Sicherheit im Kanton sagt weiter: «Wir können niemandem etwas verbieten. Die Asylsuchenden sind Menschen wie Sie und ich - mit dem kleinen Unterschied, dass sie zusätzliche Betreuung in einem für sie fremden Land erhalten.»