Das Amt war im Voraus nicht informiert worden; nötig ist dies bei 10 Entlassungen auf einmal oder – bei einem Unternehmen von der Grösse des Stahlwerks – bei Massenentlassungen ab 30 Personen. «Wir bedauern diese Massnahme ausserordentlich», sagt Motschi zum ersten grösseren Stellenabbau aufgrund der Mindestkurs-Aufhebung.

«Der Solothurner Wirtschaft geht es derzeit allerdings nicht schlecht», hält Motschi grundsätzlich fest. «Die Aufträge sind da.» Schwierig sei es derzeit, mittel- oder langfristige Prognosen zu stellen. «Ich rechne aber damit, dass jede Firma ihre Kostenstruktur überprüfen wird.» Dabei könne es am einen oder anderen Ort einen Stellenabbau geben – über Fluktuationen oder Entlassungen, auch wenn die günstigeren Einkäufe zumindest teilweise für eine gewisse Entlastung sorgten.

Während auf dem Arbeitsmarkt die Aufhebung des Mindestkurses noch nicht sichtbar sei, «merken wir, dass mit dem Entscheid der Nationalbank ein neuer, zusätzlicher Unsicherheitsfaktor da ist», so Motschi. Ein zweiter sei die ungewisse Ausgestaltung der Masseneinwanderungsinitiative. «Solche Unsicherheitsfaktoren haben negative Auswirkungen: Ohne klare Planungsgrundlagen werden Anstellungs- oder Investitionsentscheide eher zögerlich getätigt.»

Lohnkürzungen «nicht zulässig»

«Das ist eine sehr schlechte Nachricht für uns», sagt der Gerlafinger Gemeindepräsident Peter Jordi überrascht. Er habe zwar gehört, dass die Verantwortlichen aufgrund des Wechselkurses «die Köpfe zusammenstecken». Ein Stellenabbau gehöre aber zu den heftigsten Massnahmen. «Der Lackmustest kommt, wenn sich der Franken abschwächt. Dann müssen die Stellen wieder geschaffen werden.»

«Überrascht» ist auch Jesus Fernandez von der Gewerkschaft Unia. «Das ist eine Folge des Tsunami, den die Nationalbank ausgelöst hat.» Die Gewerkschaft will kommende Woche das Gespräch mit der Direktion des Stahlwerks suchen. Mögliche Lohnkürzungen erklärt Fernandez bereits jetzt für «nicht zulässig». Das sei keine Lösung für das Problem.