Regierung
Autolenker sollen weiterhin ab 70 Jahren zur Kontrolluntersuchung

Wer Auto fährt, soll sich auch in Zukunft ab dem 70. Altersjahr alle zwei Jahre vom Arzt untersuchen lassen. Der Regierungsrat ist gegen die Heraufsetzung der Altersgrenze bei den periodischen Kontrolluntersuchungen von heute 70 auf 75 Jahre.

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Senioren müssen sich im Hinblick aufs Autofahren regelmässig untersuchen lassen.

Senioren müssen sich im Hinblick aufs Autofahren regelmässig untersuchen lassen.

Keystone

Fahrzeuglenkerinnen und -lenker müssen sich ab dem 70. Altersjahr alle zwei Jahre einer verkehrsmedizinischen Kontrolluntersuchung unterziehen. Damit wird abgeklärt, ob sie aus medizinischer Sicht noch sicher am Strassenverkehr teilnehmen können. Eine parlamentarische Initiative fordert, die Altersgrenze auf 75 Jahre heraufzusetzen. Der Regierungsrat spricht sich in seiner Vernehmlassungsantwort an die Kommission für Verkehr und Fernmeldewesen des Nationalrates jedoch gegen diese Heraufsetzung aus, wie es in einer Mitteilung der Solothurner Staatskanzlei heisst.

Eine Erhöhung der Altersgrenze auf 75 Jahre würde den verkehrsmedizinischen Erkenntnissen widersprechen. «Verschiedene Krankheiten und Gebrechen, die sich nachteilig auf die Verkehrssicherheit auswirken, nehmen im Alter von 70 bis 75 Jahren markant zu», so der Regierungsrat. Dies betreffe vor allem grundsätzliche Funktions- und Bewegungseinschränkungen, wie zum Beispiel die Versteifung des Nackens oder stark eingeschränktes Gehvermögen. Diese würden mit späteren Kontrollen nicht mehr rechtzeitig erkannt.

Demgegenüber hat die heutige Altersgrenze von 70 Jahren Vorteile, wie die Regierung ausführt: «Fahrzeuglenkerinnen und -lenker befassen sich - auch zusammen mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt - rechtzeitig mit ihrer Fahreignung. Werden Einschränkungen erkannt, kann die Mobilität oft mit geeigneten Auflagen erhalten werden.»

Eine Erhöhung auf 75 Jahre würde den betroffenen Personen Nachteile bringen, ist man sich sicher. Bereits bestehende Einschränkungen, die erst im Alter von 75 Jahren entdeckt würden, führten in vielen Fällen direkt zu einem Führerausweisentzug auf unbestimmte Zeit. «In weniger gravierenden Fällen ist vermehrt mit kostspieligen verkehrsmedizinischen Abklärungen oder Anordnungen von Kontrollfahrten zu rechnen», heisst es in der Mitteilung weiter. Ausserdem würden die verkehrsmedizinischen Fachpersonen mit mehr Verkehrsunfällen rechnen.

Unter diesen Umständen befürwortet der Regierungsrat die Beibehaltung der Altersgrenze von 70 Jahren. Sie hat sich bewährt, berücksichtigt sowohl die Interessen der einzelnen Fahrzeuglenkerinnen und -lenker als auch diejenigen der Allgemeinheit und steht im Einklang mit den vom Parlament beschlossenen Via sicura-Massnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. (sks)