A1 Luterbach-Härkingen
«Autobahntunnel wäre acht Mal teurer als Lösung ohne Tunnel»

Bei Wangen an der Aare soll es keinen Autobahntunnel geben, findet nun die Berner Regierung. «Die Tunnelvariante wäre etwa acht Mal teurer als eine Lösung ohne Tunnel», teilt die bernische Baudirektion mit.

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Die Berner Regierung will keinen Autobahntunnel bei Wangen an der Aare.

Die Berner Regierung will keinen Autobahntunnel bei Wangen an der Aare.

Urs Lindt

Auch der Kanton Bern befürwortet den geplanten Ausbau der Autobahn A1 zwischen Luterbach und Härkingen von vier auf sechs Fahrstreifen. Der Kanton fordert aber flankierende Massnahmen für die beiden Kantonsstrassen Herzogenbuchsee – Wangen an der Aare – Wiedlisbach und Langenthal – Niederbipp. Angesichts der regelmässigen Staus und der Überlastung des Teilstücks sei der geplante Ausbau nötig, schreibt die bernische Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion in einer am Montag veröffentlichten Mitteilung.

416 Mio. Franken Mehrkosten

Die im Rahmen der Vernehmlassung vorgeschlagene Tunnelvariante am Wangenstutz zwischen Wiedlisbach und Oberbipp erweise sich dagegen als unverhältnismässig teuer. Sie wird von der Berner Regierung deshalb nicht unterstützt. «Die Tunnelvariante wäre etwa acht Mal teurer als eine Lösung ohne Tunnel», teilt die bernische Baudirektion mit. Die geprüfte Tunnelvariante würde 416 Mio. Franken Mehrkosten verursachen. Zudem würde der Tunnel einen um 4,4 Mio. Franken teureren Betrieb und Unterhalt pro Jahr nach sich ziehen.

Nur mit Umfahrung Aarwangen

Mit dem Ausbau der A1 zwischen Luterbach und Härkingen werden die parallel zur Autobahn geführten Kantonsstrassen – diejenige am Jurasüdfuss und diejenige zwischen Herzogenbuchsee und Langenthal – vom Durchgangsverkehr entlastet. Mehr Verkehr erwartet der Kanton Bern hingegen für die zwei Kantonsstrassen Herzogenbuchsee- Wangen-Wiedlisbach sowie Langenthal- Niederbipp.

Die geplante Umfahrung Aarwangen müsse integraler Bestandteil der flankierenden Massnahmen sein und über das Nationalstrassenprojekt finanziert werden, fordert der Kanton Bern. Zudem verlangt er, dass der Bund mit dem Ausbau der Nationalstrasse den Lärmschutz verbessert. Die öffentliche Auflage des Ausführungsprojektes ist im Jahr 2017 vorgesehen.

Mit ihrer Vernehmlassungsantwort kommt die Berner Regierung zu einem ähnlichen Ergebnis wie die Solothurner Regierung. Diese hatte den Sechsspurausbau grundsätzlich ebenfalls begrüsst; den auf ihrem Kantonsgebiet angedachten zwei Kilometer langen Tunnel bei Oberbuchsiten aus Kostengründen aber ebenso abgelehnt. Gefordert hatten diesen die Bauern und Naturverbände. Solothurn fordert zudem Verbesserungen der Autobahnanschlüsse Egerkingen und Oensingen. (szr)