Kanton

Auswirkungen von Corona: Ein Drittel der Solothurner Arbeitnehmer leistet Kurzarbeit

In der Gastronomie ist Kurzarbeit weit verbreitet.

In der Gastronomie ist Kurzarbeit weit verbreitet.

Der Kanton Solothurn passt die Massnahmen zur Krisenbewältigung an, die Selbstständigerwerbenden sollen leichter Geld erhalten. Die Gewerkschaften und die SP fordern aber mehr.

Der Umgang mit dem Coronavirus ist ein steter Lernprozess. In der ganzen Schweiz, aber auch in den Kantonen. Auch der Kanton Solothurn ist laufend dabei, neue Massnahmen und Lösungen auszuarbeiten oder bestehende zu optimieren.

Von einer Nachjustierung können jetzt etwa die Selbstständigerwerbenden im Kanton Solothurn profitieren. Für sie baut der Kanton den Überbrückungsfonds aus. Das gab die Regierungsrätin und Sozialdirektorin Susanne Schaffner an einer Medienkonferenz am Donnerstag bekannt.

Neu sollen Selbstständigerwerbende schon ab einem minimalen Jahreseinkommen von 15000 Franken von Beiträgen aus dem kantonalen Überbrückungsfonds profitieren. Diese Änderung sei notwendig gewesen, erklärte die Sozialdirektorin.

«Wir haben bei der Bearbeitung der Gesuche gemerkt, dass viele Selbstständigerwerbende die Schwelle von 20000 Franken nicht erreichen», so Schaffner. «Sie haben meist noch ein Nebeneinkommen und kommen so in normalen Zeiten gerade über die Runden. Wenn ihnen das Geld aus der selbstständigen Tätigkeit jetzt fehlt, dann geraten sie in finanzielle Schwierigkeiten.»

Zusätzliche Ressourcen im Wirtschaftsdepartement

Bis zum 1. April sind beim Kanton 903 Gesuche um einen Beitrag aus dem Überbrückungsfonds eingegangen. Davon hat der Kanton rund einen Drittel bewilligt. Bisher hat der Kanton 544000 Franken ausbezahlt, um Selbstständigerwerbende zu unterstützen.

Von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise sind aber nicht nur kleine Unternehmen betroffen. Auch mittlere und grosse Unternehmen leiden. Sie kämpfen etwa mit sinkenden Werbeeinnahmen. Die Firmen können beim Kanton Kurzarbeit beantragen, um die Auswirkungen der Krise abzufedern.

Der Kanton hat bisher 3707 Gesuche um Kurzarbeit erfasst, rund ein Drittel aller Arbeitnehmenden im Kanton muss Kurzarbeit leisten. Auch die Erwerbsersatzentschädigungen sind gefragt: Bei der Ausgleichskasse AKSO haben sich rund 1900 Personen gemeldet.

Um die vielen Gesuche zu Bearbeiten, muss das Volkswirtschaftsdepartement mehr Angestellte mobilisieren. Ziel des Kantons ist es, jeweilige Anfragen innerhalb von 24 Stunden zu beantworten.

SP und Gewerkschaftsbund fordern mehr

Noch nicht ganz zufrieden mit den Massnahmen des Kantons sind die SP und der Gewerkschaftsbund Kanton Solothurn (GbS). In einer Medienmitteilung kritisieren sie, dass Arbeitnehmende, die ihren Lebensunterhalt mit mehreren Jobs in kleinen Pensen finanzieren, unter der momentanen Situation besonders leiden.

Ihnen drohen Lohneinbussen wegen Kündigungen oder Kurzarbeit, sie könnten plötzlich vor der Situation stehen, mit 80 Prozent ihres bisherigen Einkommens auskommen zu müssen. Die SP und der GbS fordern, dass die Regierung auch für diese Arbeitnehmenden Sofortmassnahmen zur Verfügung stellt.

«Ziel ist es, dass gewährleistet ist, dass Arbeitnehmende, die durch die Coronakrise Erwerbsausfall erleiden, weiterhin in Würde leben und ihren finanziellen Verpflichtungen nachkommen können», schreibt der Gewerkschaftsbund.

Gemeinsam haben die SP und der GbS deshalb eine Petition lanciert und sammeln online Unterschriften für ihr Anliegen.

Autor

Rebekka Balzarini

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