Sanierung

Ausmass des Schadens ist klar: Neue Böden im Bürgerspital kosten 3 Millionen Franken

Ein Musterzimmer des neuen Bürgerspitals. Beim Bau haftete der Parkett nicht richtig am Unterboden. Deshalb muss nun saniert werden. (Archiv)

Ein Musterzimmer des neuen Bürgerspitals. Beim Bau haftete der Parkett nicht richtig am Unterboden. Deshalb muss nun saniert werden. (Archiv)

Der Kanton finanziert den Ersatz des sanierungsbedürftigen Fussbodens im Bürgerspital Solothurn vor, will aber, dass die Unternehmen zahlen.

So viel war schon klar: Sämtliche 155 Patientenzimmer im vierten bis siebten Obergeschoss des Bürgerspital-Neubaus müssen saniert werden, bevor sie je in Betrieb genommen wurden. Grund: Der sogenannte Haftverbund zwischen Parkett und Unterlagsboden erfolgte nicht wie erwünscht.

Konsequenz: Die Böden müssen samt und sonders ersetzt werden. Dies aus grundsätzlichen Qualitätsüberlegungen, vor allem aber auch mit Rücksicht auf allfällige Auswirkungen auf eine spätere Sanierung unter laufendem Betrieb – und, nicht zuletzt, aus haftungsrechtlichen Gründen.

Nun ist das Ausmass des Schadens klar. Kantonsbaumeister Guido Keune bestätigt auf Anfrage, die Sanierungskosten betrügen insgesamt rund 2,95 Mio. Franken. In erster Näherung finanziert der Kanton als Bauherr die Sanierung vor – die Kosten werden dem Verpflichtungskredit für den Neubau belastet, der dadurch laut Keune jedoch nicht strapaziert wird. Er liegt bei 340 Mio. Franken.

Gespräche über Schadens-Übernahme laufen

In zweiter Näherung steht jedoch eine «Schadensliquidierung» zur Diskussion. Das heisst, es ist das Ziel des Hochbauamts, «die Unternehmen, die den Schaden verursacht haben, so weit als möglich finanziell in die Pflicht zu nehmen». Die Gespräche sind laut Keune im Gange. Der Kantonsbaumeister sagt aber im gleichen Atemzug: «Aufgrund der Komplexität des Schadenfalls könnte sich die Schadensliquidierung in die Länge ziehen.»

Das Gleiche ist mit Blick auf die Inbetriebnahme des Neubaus zu beklagen: «Dieser soll am 1. Mai des kommenden Jahres an die Solothurner Spitäler AG (soH) übergeben werden», führt Keune aus. Anschliessend erfolge die Einrichtung und Ausstattung der Räumlichkeiten durch die soH, dann der Umzug. «Dies wird einige Wochen in Anspruch nehmen», sagt Keune. Was bedeutet, dass der Neubau kaum vor Mitte Jahr in Betrieb genommen werden dürfte.

Schon Zimmer saniert

Immerhin: In Bezug auf die Sanierungsmethode und den Sanierungsbedarf herrscht Klarheit. Die betroffenen Unternehmen und das unabhängige haben «Unité de doctrine» in der Sache. Demnach wird das schadhafte Parkett rückgebaut und der Unterlagsboden von Leimrückständen befreit. Anschliessend wird eine Kunstharzschicht aufgetragen und nach dem Austrocknen das neue Parkett verlegt.

Diesmal will man auf Nummer sicher gehen: Bevor die eigentliche Sanierung in Angriff genommen wird, wurde auf allen Geschossen je ein Zimmer mit der beschriebenen Methode saniert. Die gute Nachricht: «Alle Messresultate entsprechen der Norm und die geforderten Werte wurden erreicht.» Die Zeichen stehen also gut, dass es im zweiten Anlauf klappen könnte.

Falls es keine weiteren unliebsamen Überraschungen gibt, wird der Neubau des Bürgerspitals (Haus 1) knapp ein Jahr später in Betrieb genommen werden können als geplant. Die Planung für Haus 2 ist in Arbeit. Bis dieses steht, wird es allerdings noch dauern. Zuerst muss das alte Bettenhochhaus rückgebaut werden. Die zweite Bauetappe soll ab Ende 2022, Anfang 2023 gestartet werden. Sie wird rund drei Jahre in Anspruch nehmen.

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Autor

Balz Bruder

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