Zu viele Gesuche
Ausgleichskasse kommt mit Arbeit nicht mehr nach

Die Ausgleichskasse des Kantons Solothurn ist mit der Verarbeitung der Gesuche um Ergänzungsleistungen im Rückstand. Mehr Personal und Mehrarbeit soll zu einer entspannteren Situation führen - allerdings wohl erst auf nächsten Sommer.

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Die Solothurner Ausgleichskasse mit Sitz in Zuchwil.

Die Solothurner Ausgleichskasse mit Sitz in Zuchwil.

Oliver Menge

Die Ausgleichskasse des Kanton Solothurn (AKSO) hat ein Problem: Die Zahl der Anträge für Ergänzungsleistungen zur AHV und IV hat sich von 2010 auf 2011 um 10 Prozent erhöht. Im Jahr werden rund 34'000 Geschäftsfälle erledigt, wovon 1'800 Neuanmeldungen und 22'000 Anträge auf Vergütung von Krankheitskosten sind.

Eigentlich wird bei der AKSO angestrebt, 80 Prozent der Neuanmeldungen innerhalb von zwei Monaten zu erledigen. Im Jahr 2011 wurde dieses Service-Ziel in 5 von 12 Monaten erreicht. Wie die AKSO am Montag mitteilt, war die Pendenzlage anfangs Jahr noch gut. Ende Januar seien 226 Neuanmeldungen pendent gewesen, praktisch allesamt weniger lang als sechs Monate. Zudem waren Ende März nur 297 Gesuche um Krankheitskosten hängig.

Bis heute hat sich die Anzahl offener Gesuche aber massiv erhöht. Rund 800 Neuanmeldungen sind es derzeit, wovon über 80 älter als sechs Monate sind. 3100 Krankheitskostengesuche sind seit dem 1. Juli 2012 eingegangen.

Neues System

Die Ursache des Verzugs liegt laut der AKSO vor allem bei der Einführung eines neuen elektronischen Fallverarbeitungssystems am 1. April 2012. Die moderne Anwendung sichere eine höhere Datenqualität, verursache jedoch im ersten Betriebsjahr Mehraufwand bei der Datenerfassung. Dies vor allem deshalb weil es eine bestimmte «Anfangsphase zum Erlangen von Routine» mit sich bringe.

Zudem hätten die kontinuierlich ansteigende Zahl der Gesuche und krankheits- sowie mutterschaftsbedingte Absenzen, welche nicht kurzfristig überbrückt werden konnten, zum Ausmass der Rückstände beigetragen.

Im Zusammenhang mit der Einführung des neuen Fallverarbeitungssystems seien zwar Massnahmen ergriffen worden, diese hätten jedoch nicht die gewünschte Wirkung erzielt, heisst es.

Mehrarbeit und mehr Personal

Deshalb erhöht die Ausgleichskasse des Kantons Solothurns erneut die Personalressourcen und wird an Samstagen Mehrarbeit leisten, kündigt sie an. «Die Neuanmeldungen und Krankheitskosten werden nach klaren Prioritäten bearbeitet. Gesuche werden grundsätzlich in der Reihenfolge des Eingangs entschieden, was weiterhin für die Anträge für Krankheitskosten gilt.»

Bei den Neuanmeldungen würden diejenigen Gesuche vorgezogen, die unweigerlich zu Neuanmeldungen bei der Sozialhilfe führen würden, wenn über das Gesuch nicht entschieden wird.

Mit einer spürbaren Entspannung der Situation rechnet die AKSO frühestens Mitte 2013. (ldu)