Informatik-Olympiade
Ausgezeichnete junge Informatiktalente

Am vergangenen Wochenende fand an der ETH in Zücirich die erste Runde der Schweizer Informatik-Olympiade statt. Der Solothurner Jan Schär gewann dabei den Kreativitäspreis sowie den erstmals verliehenen Rainbow Award.

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Internationale Informatik-Olympiade mit Doppelgewinner aus Solothurn
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Jan Schär gewann sowohl Rainbow Award...
... als auch den Kreativitätspreis zusammen mit dem Freiburger Ian Boschung.

Internationale Informatik-Olympiade mit Doppelgewinner aus Solothurn

Pascal Sommer

97 Mittelschülerinnen und Mittelschüler begeisterten sich für die Schweizer Informatik-Olympiade 2016/17. Zu den besten jungen Programmierern der Schweiz gehören Jonathan Hauenstein (Kantonsschule Alpenquai, LU) aus Luzern, Martin Chikov (Collège Rousseau, GE) aus Genf, Nicolas Camenisch (Kantonsschule Wettingen, AG) aus Oberwil-Lieli, Ian Boschung (Collège St. Michel, FR) aus Düdingen und Robin Hänni (Gymnasium Neufeld, BE) aus Herrenschwanden.

Mit gerade mal 15 Jahren schafft es Nicolas Camenisch im ersten Anlauf auf den dritten Rang. Dafür erhält er den Jugendpreis. Der Kreativitätspreis geht an den Solothurner Jan Schär (Kantonsschule Olten, SO) aus Schönenwerd und an den Freiburger Ian Boschung. Einen weiteren Sonderpreis erhalten die Zwillinge Viera und Ivana Klasovita (beide MNG Rämibühl, ZH) aus Aeugst am Albis, sie erreichten das beste Resultat der 11 Mädchen, die am Programmierwettbewerb teilnahmen. Jan Schär gewinnt zusätzlich den erstmals verliehenen Rainbow Award, er verwendete gekonnt bei jeder Aufgabe eine andere Programmiersprache.

Was ist die Schweizer Informatik-Olympiade?

Die Schweizer Informatik-Olympiade SOI ist ein Programmierwettbewerb für Jugendliche aus der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein. Sie will wissenschaftlich interessierte und begabte Schülerinnen und Schüler herausfordern und motivieren.

Der nationale Wettbewerb findet bereits zum 26. Mal statt und wird in drei Runden durchgeführt. In der ersten Runde setzen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit theoretischen und praktischen Problemen auseinander. 2017 schafften von den zahlreichen Einsendungen auf nationaler Ebene 87 die erste Hürde und erfüllten die
notwendigen Anforderungen.

Bewertet wird bei den praktischen Aufgaben die Korrektheit der Resultate für die
Eingabedaten sowie die Effizienz des Programms. In der theoretischen Richtung werden vorrangig die Kreativität und der Sinn für logisches Denken bei der Entwicklung des Algorithmus bewertet. Die erste Runde dient als Qualifikation für das Trainingscamp in Davos sowie für die zweite Runde. Bei dieser werden bei einem praktischen Online-Contest und einer theoretischen Prüfung die 25 Besten selektioniert, die an der Finalrunde an 4 Programmier-Prüfungen gegeneinander antreten.

Nach diesem finalen Contest werden die Medaillen der nationalen Olympiade vergeben. Diese Runde ist zugleich die Selektion für die Internationale Informatik-Olympiade IOI für die Schweizer und Liechtensteinische Delegation. Die 29. IOI findet dieses Jahr in Teheran, Iran statt.

Der Verein Swiss Olympiad in Informatics organisiert die SOI und die Teilnahme an der IOI sowie weiteren regionalen Wettbewerben. Der Verein ist Mitglied des Verbandes Schweizer Wissenschafts-Olympiaden und dadurch in stetem Austausch mit den Olympiaden in Biologie, Chemie, Geografie, Mathematik, Philosophie und
Physik.

Sitzleder und Neugierde

Die Jugendlichen zeigten ihre Kreativität und ihren Sinn für Logik beim ersten Teil des Wettbewerbes. Und sie bewiesen viel Durchhaltevermögen. Im Vorfeld lösten sie während zwei Monaten in ihrer Freizeit knifflige Programmieraufgaben. Bewertet wurden die Korrektheit der Resultate und die Effizienz des Programms.

Dazu Johannes Kapfhammer, Präsident Schweizer Informatik-Olympiade und Informatik Student an der ETH: «Es ist jedes Mal erstaunlich, mit welcher Begeisterung so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer mitmachen. Nicht nur das Lösen der kniffligen Aufgaben gehört dazu, auch das nötige Wissen muss selbständig erarbeitet werden – unsere Workshops helfen zwar, sind aber erst der Ausgangspunkt.»

Von Davos nach Teheran

Im März geht es weiter mit der zweiten Runde des Wettbewerbes. Die theoretische Prüfung findet an der ETH Zürich und der EPF Lausanne statt, die Praktische wird online von zu Hause aus erarbeitet. Vorher geht es für die 20 Bestplatzierten und vier Wildcard Gewinner ins winterliche Davoser Trainingscamp.

Dort wird intensiv an den Programmierfertigkeiten geschliffen. Unterrichtet und betreut werden die Schülerinnen und Schüler von den ehrenamtlichen Mitgliedern der Schweizer Informatik-Olympiade. Das sind Studierende und Doktorierende, die oft selbst an der Olympiade mitgemacht haben und ihr Wissen und ihre Erfahrungen nun an die Jüngeren weitergeben. Für die besten vier Nachwuchstalente lockt im Sommer die 29. Internationale Informatik-Olympiade in Teheran (Iran).

Dort wetteifern 300 Jugendliche aus rund 80 Ländern um Medaillen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer knüpfen Freundschaften und erfahren einen Austausch über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg.

Nur für junge Frauen

Auch die Schweiz organisiert internationale Olympiaden für kluge Köpfe. Im Juli 2016 stiess die Internationale Physik-Olympiade in Zürich auf grosses Interesse. Nun wird bereits die nächste Veranstaltung vorbereitet. Vom 6. bis 12. April 2017 findet eine besondere Wissenschafts-Olympiade statt: die European Girls' Mathematical Olympiad EGMO 2017. 160 junge Mathematikerinnen aus 40 Ländern treffen in Zürich aufeinander.