Kanton Solothurn
Ausbildungsbereitschaft ist im Kanton unverändert hoch

Die Zahl der Schulaustretenden im Kanton Solothurn sinkt, jene der Lehrstellen bleibt unverändert. Das verbessert aber die Aussichten für «bildungsschwache» Schüler nicht zwingend.

Franz Schaible
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Die Forstwart-Lehrlinge machen sich auf den Weg zum Holzen. Im Kanton Solothurn sind derzeit rund 2400 Lehrstellen mit Beginn August 2013 auf dem Markt.

Die Forstwart-Lehrlinge machen sich auf den Weg zum Holzen. Im Kanton Solothurn sind derzeit rund 2400 Lehrstellen mit Beginn August 2013 auf dem Markt.

Als «sehr entspannt» umschreibt Renato Delfini den Lehrstellenmarkt im Kanton Solothurn. «Denn die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist unverändert hoch», meldet der Leiter der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung im Kanton Solothurn. Wie in den Vorjahren seien rund 2400 Lehrstellen mit Beginn August 2013 auf dem Markt.

Dagegen entwickle sich die Nachfrage nach Lehrstellen allein aus demografischen Gründen zurück. So sinkt die Zahl der Schulaustretenden im Sommer um 5,5 Prozent auf 2616. Dieser Trend werde in den kommenden Jahren anhalten. Provisorische Zahlen zeigten, dass der Tiefpunkt 2021 mit rund 2090 Schulabgängern erreicht sein werde. Durchschnittlich würden jeweils rund 70 Prozent eine Berufsausbildung starten.

Rekrutierung wird forciert

Die Rekrutierung der angehenden «Stifte» werde also tendenziell schwieriger.

Renato Delfini, Leiter der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

Renato Delfini, Leiter der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung

AZ

Keine Garantie auf Lehrstelle

Es wäre aber ein Trugschluss, zu glauben, dass nun jeder Schulaustretende automatisch eine Lehrstelle finden wird. Zwar bleibe die Anzahl Lehrstellen unverändert und die Schulabgänger werden weniger. Trotzdem würden auch diesen August 100 bis 150 Lehrstellen unbesetzt bleiben. Das sei aber nur auf den ersten Blick ein Widerspruch. Denn die praktisch in allen Berufen gestiegenen Anforderungen führten dazu, dass die Zahl der dafür qualifizierten Schulaustretenden logischerweise abnehme. «Die Ausbildnerfirmen lassen deshalb lieber eine Lehrstelle unbesetzt, als diese zwingend zu besetzen», erklärt Delfini. Zu Recht, ansonsten drohen vermehrt Lehrabbrüche.

Tatsache sei, dass rund fünf Prozent der Schülerinnen und Schüler jedes Jahrgangs «bildungsschwach» seien. Und für diese bleibe es unverändert schwierig, eine Lehrstelle zu finden. Es fehlten nämlich entsprechend niederschwelligere Ausbildungsplätze. «Die Demografie allein löst also dieses Problem nicht», folgert Delfini. Bei künftigen Reformen der Berufsbilder gelte es also für Berufsverbände, vermehrt an diese Gruppe von Schulaustretenden zu denken. Eine Möglichkeit sei die Schaffung von zweijährigen Berufslehren mit eidg. Berufsattest (EBA). «Gute Beispiele sind die neu geschaffenen Attest-Lehren wie Informatik-, Schreiner-, Agrarpraktiker und andere.»

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