Härkingen/Luterbach

Ausbau der A1: Der Kampf um den Tunnel im Gäu geht weiter

Die Profile für den A1-Ausbau waren schon längst ausgesteckt, kommt doch noch eine Tunnelvariante?

Die Profile für den A1-Ausbau waren schon längst ausgesteckt, kommt doch noch eine Tunnelvariante?

Der Kantonsrat stellt sich hinter Ergebnisse des runden Tischs zum A1-Ausbau im Gäu.

Eine Untertunnelung der Autobahn im Gäu im Zug des Ausbaus auf sechs Spuren? Das Thema war eigentlich längst vom Tisch. Der Kantonsrat hat am Mittwoch dennoch noch einmal ausführlich darüber debattiert.

Neuen Wind in die Sache hatte im Januar 2019 eine Initiative des damaligen SP-Nationalrats Philipp Hadorn gebracht. Er fädelte es ein, dass sich Vertreter des Bundesamts für Strassen (Astra), von Umweltorganisationen und die Gäuer Gemeindepräsidenten an einen runden Tisch setzten und noch einmal Alternativen zum Ausführungsprojekt für den Ausbau der A1 zwischen Härkingen und Luterbach erörterten. Mit dem Resultat, dass man in Bern tatsächlich bereit ist, noch einmal zumindest auf eine teilweise Untertunnelung beziehungsweise Einhausung (Strassenführung unter einer Art künstlichem Hügel) im Gäu zurückzukommen. Das bringt einerseits einen besseren Lärmschutz für die Bevölkerung, anderseits könnte dafür auf eine neue Wildtierquerung bei Oberbuchsiten verzichtet werden. Doch wer soll die Mehrkosten bezahlen?

Die Rede ist von 300 Millionen, und beim Astra ist man offensichtlich der Meinung, der Kanton müsste 120 davon übernehmen. In diesem Zusammenhang standen nun zwei Vorstösse zur Diskussion. Ein Volksauftrag, bei dem die Egerkinger Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi (FDP) federführend war, verlangt, dass sich der Kanton mittels Standesinitiative dafür stark macht, dass der A1-Ausbau gemäss den Resultaten des runden Tischs realisiert wird. Ein zweiter überparteilicher Auftrag doppelt bezüglich Finanzierung nach: Der Regierungsrat soll sich beim Astra dafür einsetzen, dass der Bund die Kosten für die Tunnelvariante beziehungsweise Einhausung vollumfänglich trägt. Beide Vorstösse waren fast unbestritten. «Wenn der Ausbau schon durchgestiert werden muss, dann braucht es wenigstens ein möglichst optimales Projekt», meinte etwa Barbara Wyss Flück (Grüne, Solothurn). Der Autobahnausbau sei von nationalem, ja gar internationalem Nutzen, erklärte Edgar Kupper (CVP, Laupersdorf). Wenn aber Dritte «in unserem Garten» bauen, dann sei es nicht vermessen vom Kanton, sondern sogar dessen Pflicht, die Forderung zu stellen, dass sie auch die Kosten übernehmen.

Nur die SVP war nicht einverstanden. Die Forderungen seien unausgereift, dem runde Tisch, wo die Varianten ausgearbeitet wurden, sei dazu gar nicht legitimiert, und am Schluss komme so oder so der Steuerzahler für die überrissenen Mehrkosten auf, so Hugo Schumacher (Luterbach). 

Autor

Urs Moser

Urs Moser

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