Pensionskasse

Aus Lohn-Affäre gelernt: PKSO will die Kommunikation verbessern

Die Pensionskasse Kanton Solothurn (PKSO) will die «richtigen Lehren» aus den «gemachten Fehlern» ziehen.

Die Pensionskasse Kanton Solothurn (PKSO) will die «richtigen Lehren» aus den «gemachten Fehlern» ziehen.

Reto Bachmann, Direktor der Kantonalen Pensionskasse, anerkennt das öffentliche Informationsbedürfnis und sieht Nachholbedarf.

Erst kürzlich informierte die Pensionskasse Kanton Solothurn über ein Immobiliengeschäft. In ihre Liegenschaft im Solothurner Schanzmühle-Areal wird 2018 Lidl Schweiz AG einziehen, nachdem der Solomarkt (Manor Food) gekündigt hatte. Am Mittwoch teilten die Verantwortlichen der Pensionskasse mit, dass sie per 1. Januar 2017 erstmals einen «Leiter Anlagen» anstellen werden. Besetzt wird die neu geschaffene Stelle mit dem 49-jährigen Thomas Monetti aus dem Baselbieter Hölstein. Der Wirtschaftswissenschaftler mit langer Bankerfahrung hat in den letzten Jahren für eine Genfer Privatbank in Zürich das institutionelle Anlagengeschäft für «Gemischte Anlagen» aufgebaut.

Bis jetzt habe sich der Leiter Finanzen der PKSO um das operative Anlagengeschäft gekümmert, sagt auf Anfrage Direktor Reto Bachmann. «In einem immer schwierigeren Umfeld braucht es aber jemanden, der gezielt Markteinschätzungen vornimmt und die Anlagenprozesse laufend überprüft.»

Bei einem verwalteten PK-Vermögen in der Höhe von 4,5 Milliarden Franken sei eine solche Funktion heute allgemein üblich. Wie aber stehts mit den Lohnforderungen? Ein Zürcher Privatbanker dürfte nicht ganz günstig sein. «Wir haben den Lohn in Rücksprache mit dem kantonalen Personalamt festgesetzt», so Bachmann. Zuzüglich einer Marktzulage, wie sie auch für Stellen innerhalb der kantonalen Verwaltung gewährt werden kann, sei man sich mit dem neuen Stelleninhaber einig geworden.

Kasse steht in der Pflicht

Zusammen mit der Mitteilung zur Anstellung eines Leiters Anlagen verschickte die PKSO ihre Infobroschüre.

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Ging diese bislang nur an ihre 17'000 Destinatäre, erhalten diese neu neben den Medien auch alle Kantonsrätinnen und Kantonsräte. Erstmals wird die rund 15-seitige Broschüre, in der die PKSO über aktuelle Entwicklungen informiert, dabei zweimal im Jahr herausgegeben. Ein erstes Mal im Februar gemeinsam mit dem Versichertenausweis – und ein zweites Mal jetzt, im Herbst. 

«Wir haben Nachholbedarf», begründet Reto Bachmann die intensivierten Bemühungen der Pensionskasse um die Information der Öffentlichkeit. Und zwar «nach den Vorkommnissen im Frühling», wie sich Bachmann ausdrückt.

Auf dem falschen Fuss erwischt hatten die Pensionskasse Recherchen dieser Zeitung, die eine stattliche Lohnerhöhung des PK-Direktors publik machten, was eine breite öffentliche Debatte auslöste. Für Furore sorgte vor allem, dass die PKSO-Verantwortlichen die Details scheibchenweise, auf das Nachhaken dieser Zeitung hin, preisgegeben haben.

Seit die Pensionskasse per 1. Januar 2015 in die Selbstständigkeit entlassen worden ist, steht sie bei der Öffentlichkeit auch in einer neuen Pflicht. Im Unterschied zu früher kann die PKSO etwa im Personalbereich sämtliche Entscheide autonom treffen, ohne die Regierung respektive das Finanzdepartement darüber in Kenntnis zu setzen. Ganz generell ist die Pensionskasse nicht mehr der politischen Aufsicht durch die Regierung und den Kantonsrat unterstellt. Die – rein sachlich begründete – Aufsicht übernimmt die kantonale BVG- und Stiftungsaufsicht zusammen mit einer Oberaufsicht durch den Bund. Aufgrund dieser Verschiebung der Verantwortlichkeiten hat die Kasse neu auch verstärkt die Aufgabe, die Öffentlichkeit über ihre Aktivitäten zu informieren und bei kritischen Fragen Red und Antwort zu stehen.

Offenlegung der Bezüge

Der Versand der Medienmitteilungen sowie der Informationsbroschüre sind gleichsam Vorboten einer neuen Kommunikationsstrategie. «Wir sind derzeit daran, ein Kommunikationskonzept zu erarbeiten», hält Reto Bachmann fest. Welche Massnahmen dieses Konzept im Detail beinhalten wird, ist zurzeit allerdings noch nicht definiert. Sicher ist bis jetzt, dass die PKSO bei der Veröffentlichung des Geschäftsberichts im Frühling die Zahlen an einer Pressekonferenz näher erläutern will.

Der Geschäftsbericht soll zudem neu, wenn auch nur in summarischer Form, die Bezüge des PK-Managements und der Verwaltungskommission offenlegen.

Die Entschädigungen für die total 15 Mitglieder zählende Verwaltungskommission sowie alle Unterausschüsse legt Bachmann gegenüber dieser Zeitung bereits jetzt offen.

Funktionspauschalen, Sitzungsgelder und Spesen belaufen sich seit 2015, dem ersten Jahr der Selbstständigkeit, auf 190'400 Franken. Bachmann: «Auch wenn wir damit etwas über dem Total der Vorjahre liegen, haben wir im Vergleich mit anderen Kantonen immer noch unterdurchschnittliche Verwaltungskosten.»

Absolut im Rahmen liegen, so Bachmann, gerade auch die Funktionspauschalen der Ausschuss-Präsidenten. Mit 15'000 Franken am meisten erhält Alois Müller, der Präsident des Anlagenausschusses. Dann folgt Beat Käch, der als Präsident der Verwaltungskommission 9000 Franken erhält. Gaston Barth, Präsident des Personal- und Organisationsausschusses kommt auf 7500 Franken.

Eine heikle Debatte steht an

Wenn die PKSO ihre Kommunikation jetzt ausbauen will, hat das auch den folgenden Grund: Die Regierung hat kürzlich eine Reihe von Gesetzesänderungen in die Vernehmlassung geschickt, mit denen die Autonomie der Pensionskasse besiegelt werden soll. Die kantonale Gesetzgebung wird damit an die Forderungen des Bundesgesetzes über die berufliche Vorsorge angepasst.

Die PKSO stehe hinter dieser Vorlage, wie Reto Bachmann betont. Vor dem Hintergrund der unglücklichen Kommunikation der Pensionskasse rund um die Lohnerhöhung ihres Direktors darf man auf die Vernehmlassungsantworten der Parteien – und die politische Debatte im Kantonsrat - gespannt sein. Die PKSO wird daran gemessen werden, wie ernst es ihr mit der angekündigten Transparenz ist.

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