«Man müsste das Haus wie ein Schweizerkreuz zeichnen, dann kann man die Teile hochklappen», sagt Leron. Die Zweitklässler entwickeln Ideen für ihre Traumbett-Stadt. Sie soll Häuser aus dem Wangener Städtli zeigen und natürlich die Roviva, die bekannte Matratzenfabrik. «Sie lernen gerade sehr viel», bestätigt Lehrerin Franziska Portmann. Sie hat mit der Klasse vorgängig im Städtli und auch vor dem Roviva-Glashaus Skizzen gezeichnet. Nun sind die Kinder seit Tagen daran, aus dickem farbigem Papier die Häuser herzustellen. «In 3-D, wie im Kino», sagt einer der Schüler.

Kuschelig und verträumt werden die Traumbetten in der Parallelklasse. Dort entstehen aus Schuhschachteln Bettchen für die Sockenmonster. Vorhänge werden angebracht, Fellstücke zugeschnitten. Florian und Juliana möchten noch eine Rutschbahn, Moshe einen Balkon. Am liebsten würden die Kinder gleich damit spielen. Doch noch gilt es, die Decken und Kissen fertig zu weben.

Lauter geht es bei der 8. Klasse zu und her. Es klingelt und rattert. Wenn die Marmel vom oberen Teil des Hochbettes unten angekommen ist, betätigt sie den Wecker. Einige Schüler stellen ihr Fantasiebett aus einer Kartoffelkiste her, andere zimmern es aus Holz selber zusammen. Grösse 40 auf 70 cm – dies war die Vorgabe. Vom Wasserbett bis zum zweistöckigen Bett mit Wecker und Lichtergirlande ist alles zu sehen.

Kreativität der Schüler fördern

Die Schule Wangen an der Aare beteiligt sich mit diesen Arbeiten auf Anfrage des Organisationskomitees bereits zum dritten Mal am Festival «nomen est omen» mit einer Präsentation von Werken «aus der eigenen Küche», wie es Schulleiter Thomas Hofer nennt. Das jeweils von Rolf Walker, dem Kurator, und ihm abgesprochene Thema finde Eingang in die Gestaltungslektionen und kommt da unter Anleitung der Lehrpersonen fürs Fach Gestalten zur Umsetzung. «Die Kinder machen jeweils begeistert mit, ihrer Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt.»

Die Schülerinnen und Schüler profitieren von der Möglichkeit, eigene Kreationen einem grösseren Publikumskreis präsentieren zu können, und die Schule erhält durch das Festival die Gelegenheit, sich in einem Fachgebiet zu zeigen, das sonst eher ein bescheidenes Dasein fristet. «Das freut auch Eltern und Lehrpersonen.»

Naturbett aus Waldmaterial

Während die einen Kuschelbetten gestalten und die anderen an einem Hochbett herumtüfteln oder eine Bettstadt bauen, hat die Walliswiler Schule gar ein Naturbett aus Waldmaterial erstellt: mit Holz, Föhrenästen, Zapfen, Weiden- und Haselruten. Ein Kissen ist mit getrocknetem Farn gefüllt, das andere mit feinen Föhrennadeln.

Gedichte übers Träumen

Die Bettenwerkstatt befindet sich neben dem Mehrzweckgebäude unter dem Vordach. Dort können die Kinder bis kurz vor der Ausstellung immer wieder weitergestalten. «Wir sind im Endspurt», sagt Lehrerin Simone Brechbühl.

Auf ganz andere Art haben sich die 3.- und 4.-Klässler mit dem Thema «Traumbetten» auseinandergesetzt – nämlich sprachlich. Gedanken und Wörtersammlungen zum Schlafen und Träumen und sogar einige Gedichte sind so entstanden.