Regierungsratswahlen
Aus den FDP-Frauen werden Konkurrentinnen

Spekuliert wurde seit Monaten, und so dürfte die Ankündigung niemanden mehr überrascht haben: Die beiden FDP-Kantonsrätinnen Anita Panzer und Marianne Meister wollen 2017 für den Regierungsrat kandidieren – doch Männer machen ihnen Konkurrenz.

Sven Altermatt
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Marianne Meister (l.) und Anita Panzer werden nun zu Konkurrentinnen.

Marianne Meister (l.) und Anita Panzer werden nun zu Konkurrentinnen.

zvg

Wer steigt für die FDP ins Rennen, um den Sitz von Esther Gassler im Solothurner Regierungsrat zu verteidigen? Schon seit drei Jahren ist klar, dass sie 2017 zurücktreten wird. Das Kandidatenkarussell bei den Freisinnigen drehte in den vergangenen Monaten auf Hochtouren. Die Parteispitze schwieg derweil eisern. Doch jetzt sind erste Namen bekannt: Gestern Morgen machte Anita Panzer den Anfang. Sie wolle für die Regierung kandidieren, liess die Gemeindepräsidentin von Feldbrunnen über ihre Ortspartei verbreiten. Die Kandidatur muss noch von der Amteipartei bestätigt werden.

Dass Panzer antritt, überrascht wohl niemanden. Die 45-Jährige politisiert zwar erst seit 2013 im Kantonsrat. Im gleichen Jahr wurde sie in die Feldbrunner Exekutive gewählt. Doch die Kommunikationsfachfrau ist zweifellos eines der aufstrebenden Gesichter des Solothurner Freisinns. Bei den vergangenen Nationalratswahlen erzielte sie ein Glanzresultat und landete auf dem ersten Ersatzplatz. Weggefährten attestieren ihr Eloquenz und Fachwissen in Justizfragen.

Panzer pflegt zudem einen guten Draht zu anderen Parteien. Ihren Entscheid habe sie sich nicht einfach gemacht, sagt Panzer. «Als Frau fragt man sich wohl immer: Bringe ich genügend politische und genügend Lebenserfahrung mit?» Aber nach vielen Gesprächen habe das «Feuer für dieses faszinierende Amt» zu brennen begonnen. Ein solches Feuer brennt offenbar auch bei Marianne Meister. Nach Panzers Vorpreschen war die Gemeindepräsidentin von Messen, die seit 2009 im Kantonsrat sitzt und den Gewerbeverband präsidiert, gewissermassen unter Zugzwang.

Auf Anfrage dieser Zeitung bestätigte Meister schliesslich: «Ja, ich werde für den Regierungsrat kandidieren.» Die Bucheggberger FDP wird die 53-Jährige erst in der nächsten Woche offiziell als Kandidatin nominieren. Dann wolle sie sich auch näher zu ihrer Kandidatur äussern.

Diese Ankündigung überrascht ebenso wenig. Die Geschäftsfrau ist ein Aushängeschild ihrer Kantonalpartei. Im vergangenen Herbst versuchte Meister, einen Ständeratssitz für die FDP zurückzugewinnen. Gegen die beiden Bisherigen blieb sie jedoch ohne Chancen. Im Kantonsrat gilt sie als wirtschaftspolitisches Schwergewicht, das zeigt sich nicht zuletzt in ihren Voten.

Vier weitere Namen im Spiel

Die Kandidaturen von Marianne Meister und Anita Panzer sind ganz im Sinne der FDP-Frauen. Der Sitz von Esther Gassler müsse unbedingt mit einer Frau verteidigt werden, fordern sie. Ob die Parteidelegierten dies gleich sehen, wird sich am 24. August zeigen. Klar ist: Bildungsdirektor Remo Ankli, in der Regierung seit 2013, ist für eine Kandidatur gesetzt. Klar ist auch: Die Freisinnigen werden mit einem Zweier-Ticket antreten.

Ankli plus Panzer oder Meister? So einfach dürfte die Sache nicht sein. Nach Informationen dieser Zeitung liebäugeln mindestens vier weitere Freisinnige mit einer Kandidatur. In Parteikreisen kursieren die Namen von Fraktionschef Peter Hodel und Kantonsrat Peter Brügger. Ins Spiel gebracht werden aber auch Oberrichter Frank-Urs Müller und der frühere Oltner Gemeinderat Stefan Nünlist, der bei der Swisscom die Unternehmenskommunikation leitet.

Nicht in die Karten blicken lassen will sich Bauernsekretär Peter Brügger. «Ich mache mir immer wieder Gedanken zu ganz unterschiedlichen Dingen», sagt er. Zumindest eines verrät der Langendörfer Kantonsrat: Heute Donnerstagabend trifft sich seine Ortspartei zu einer ordentlichen Versammlung. Und vielleicht gebe es ja nachher etwas zu erzählen.

Ähnlich klingt es bei Peter Hodel. Der Gemeindepräsident von Schönenwerd bestätigt, dass er sich mit einer Kandidatur auseinandersetzt. «Entscheiden werde ich mich aber erst nach Rücksprache mit meiner Ortspartei.» Als freisinniger Fraktionschef im Kantonsrat freue er sich aber so oder so über ein breites Kandidatenfeld.
Stefan Nünlist und Frank-Urs Müller waren gestern nicht erreichbar.

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