Das hat das Solothurner Verwaltungsgericht entschieden. Es hat einen Entscheid des kantonalen Migrationsamtes soeben bestätigt.

Im Mai 2016 hat das Amtsgericht Olten-Gösgen den heute 23-jährigen, in der Schweiz geborenen Türken wegen versuchter vorsätzlicher Tötung zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe verurteilt und in eine therapeutische Massnahme geschickt. Nach einem Streit hatte er auf seine Ex-Freundin eingestochen, dank grossem Glück aber keine lebenswichtigen Organe getroffen. Das Opfer konnte fliehen, als die Klinge des Messers abgebrochen war.

Nun halten die Richter fest, dass die Wegweisung verhältnismässig sei. Grundsätzlich dürfe die Niederlassungsbewilligung einer Person, die schon so lange hier wohne, zwar «nur mit besonderer Zurückhaltung widerrufen werden». In diesem Fall bestehe aufgrund der Schwere der Tat aber ein erhebliches öffentliches Interesse am Widerruf der Niederlassungsbewilligung, auch wenn der Mann hier geboren sei und seine Tat als «einmaliger Fehltritt eines jungen Erwachsenen» zu werten sei. Gegen den Verbleib spreche zudem «ein geringes bis moderates Rückfallrisiko».

Weiter habe der junge Türke keine Kinder und kenne das Land aus den Ferien. Seine dort lebenden Grosseltern «könnten ihn sicherlich in den ersten Monaten unterstützen».
«Diese Ausreise ist zwar mit einer gewissen Härte verbunden, jedoch nicht unzumutbar», so die Richter. Nicht eingegangen sind sie auf das Argument des Türken, dass er in der Türkei in Haft kommen könnte, da er sich im Internet negativ über den türkischen Staatspräsidenten geäussert hatte. Die Äusserungen seien unbelegt, so das Gericht. (lfh)