Nachrichten: Anfang August wird Anita Hugi die Nachfolge von Seraina Rohrer als Direktorin der Solothurner Filmtage antreten. War im Vorfeld kaum etwas über mögliche Kandidatinnen und Kandidaten zu hören, präsentiert die Trägerschaft der Filmtage nun eine Lösung, die unter vielen Aspekten überzeugt.

Erstens: Anita Hugi ist mit dem Schweizer Filmschaffen (und der TV-Produktion) bestens vertraut – und zwar in allen Landesteilen.
Zweitens: Anita Hugi hat als Programmdirektorin in Montréal internationale Erfahrung gesammelt und ist über die Landesgrenzen hinaus stark vernetzt.
Drittens: Sie ist als Expertin, Jurorin und Dozentin mit eigener Firma tätig. Das Film-Business muss ihr niemand erklären. Sie ist Bestandteil desselben.
Viertens: Die gebürtige Grenchnerin, die in Biel aufgewachsen ist, kennt
eine ebenso sensible wie produktive kulturelle und gesellschaftliche Nahtstelle im Land. Dieses Bewusstsein wird ihr in Solothurn helfen.
Fünftens: Die viersprachige Übersetzerin mit Hintergrund in Kulturkommunikation und Journalismus weiss nicht nur, wovon sie spricht – sondern auch wie das, was sie sagt, dort ankommt, wo es wichtig ist.

Zu viel der Vorschusslorbeeren? Gewiss, Anita Hugi wird sich beweisen müssen, wie es Seraina Rohrer auch musste. Und sie wird die Filmtage hoffentlich auf ihre eigene Art profilieren. Mit dem Anspruch und der Professionalität ihrer Vorgängerin. Aber mit ihrem eigenen Blick. Und wachem Bewusstsein für das Cineastische. Für das Filmschaffen ebenso wie für das Publikum.