Schweisshundeprüfung
Auf der Suche nach dem «toten Wildtier»: Nur 12 von 21 Gespannen hatten Erfolg

Die Revierjagd Solothurn organisierte am Wochenende die kantonalen Tests der Schweisshunde im Leberberg. Das sind Hunde, die nach verendeten Wildtieren suchen. 12 der 21 Teams bestanden diese Prüfung.

Roland Büttiker
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Das Herrchen belohnt seinen Hund für die erfolgreiche Nachsuche.

Das Herrchen belohnt seinen Hund für die erfolgreiche Nachsuche.

Roland Büttiker

Jährlich müssen Wildtiere, die nach dem Schuss nicht liegen bleiben, oder im Strassenverkehr von Autos angefahren werden, mit ausgebildeten und geprüften Schweisshunden gesucht werden. Dazu braucht jede Jagdgesellschaft von Gesetzes wegen einen geprüften Schweisshund. Dabei ist Schweiss die weidmännische Bezeichnung für das Blut des Wildes, sobald es aus dem Körper des Tieres austritt.

Fährten schon am Vortag gelegt

Jedes Jahr findet in einem Bezirk im Kanton die Schweisshundeprüfung statt. So dieses Jahr im Leberberg. Dabei wird versucht den Ernstfall so realistisch wie möglich zu simulieren. Am Vortag und unter der Leitung von Edgar Renz, Präsident der Kantonalen Jagdhundekommission, wurden bei leichtem Regen in Bettlach, Selzach, Hasenmatt, Weissenstein, Feldbrunnen und Günsberg neun 1000-m- und zwölf 500-m-Fährten gelegt.

Die Schweisshundeprüfungen werden nach den Richtlinien der TKJ (Technische Kommission für das Jagdhundewesen) durchgeführt. Zur Prüfung dürfen alle zur Jagd zugelassenen Hunderassen antreten und der Hundeführer muss den Jagdfähigkeitsausweis besitzen. Auch ausserkantonale Gespanne sind zugelassen.

Am zweiten Tag lautete dann die Aufgabe: Suchen. Die kleine Schweissfährte (Blutfährte) führt über 500 Meter in maximal 60 Minuten. Für die 1000 Meter lange Schweissfährte hat das Gespann 90 Minuten Zeit. Am Ende jeder Fährte liegt eine Decke (Tierfell), welche dem Hund anzeigt, dass hier das verendete Tier liegen würde. Zur Belohnung gibt es für den Hund eine Wurst und viel Lob.

Von den angetretenen 21 Gespannen, bestanden lediglich 12 die anspruchsvolle Prüfung und konnten Urkunde und Hutnadel in Empfang nehmen.

Gehorsam auch bei Schussabgabe

Ebenfalls konnte an diesem Tag die Gehorsamprüfung abgelegt werden, die nach der Prüfungsordnung von Revierjagd Solothurn gerichtet wird. Geprüft werden: Leinenführigkeit, das Folgen frei bei Fuss, das Ablegen und Ruhen auf Schuss sowie der Appell. Am anspruchsvollsten ist die Übung der Schusstauglichkeit. Dabei wird der Hund im Walde abgelegt und der Hundeführer entfernt sich etwa zehn Meter. Eine Drittperson gibt einen Schrotschuss ab, wobei der Hund still liegen bleiben muss. Sieben Gespanne traten an, sechs haben bestanden.

Die Hundeprüfungen werden zwar von Revierjagd Solothurn durchgeführt, was aber nicht heisst, dass es einfach ist, sie zu bestehen. Ganz im Gegenteil, die Anforderungen sind hoch. Gerichtet wird strikt gemäss den Vorgaben. Auch dieses Jahr bestanden 10 von 28 Gespanne (Führer/Hund) die Prüfung nicht. Der Grund für diese harten Prüfungen liegt in der Sache. Die Jäger wollen einfach hochstehende Gespanne im Einsatz haben, die jeder Situation gewachsen sind und zum Erfolg kommen. Nichts weniger sind die Jäger den Wildtieren schuldig.

Gespannt warten die Gespanne auf ihre Prüfungsresultate.

Gespannt warten die Gespanne auf ihre Prüfungsresultate.

Roland Büttiker

Die erfolgreichen Gespanne:

500-m-Schweissprüfung: Andreas Ackermann, Mümliswil, Deutsch Kurzhaar; Nicole Flury-Reber, Oberramsern, Deutscher Wachtelhund; Patrick Lack, Ettingen, Deutscher Wachtelhund; Stefan Hänni, Wohlen bei Bern, Kopov; Yves Portmann, Milken, Deutsch Drahthaar; Hermann Schüttel, Innerberg, Kopov. –

1000-m-Schweissprüfung: Erich Felder, Näfels, Deutsch Drahthaar; Roland Fringeli, Laupersdorf, Grosser Münsterländer; Christoph Herzog, Kleinlützel, Deutscher Wachtelhund; Pascal Utz, Subingen, Labrador Retriever. –

1000-m-Fährtenschuh: Alex Angele, Hugelshofen, Deutscher Wachtelhund; Christian Juon, Langnau, Flatcoated Retriever. –

Gehorsamprüfung: Beatrix Elisabeth Halbeisen, Breitenbach, Kleiner Münsterländer; Urs Mast, Lohn-Ammannsegg, Westfalenterrier; Lesley Müller, Nunningen, Steirische Rauhaarbracke; Raphael Stich, Kleinlützel, Brandlbracke; Andreas Weber, Brunnenthal, Deutscher Jagdterrier; Adrian Wyss, Lüterkofen, Engl. Springer Spaniel.