Die Rinder auf dem Göiferlätsch kümmert das Weiss im Grün kaum, bimmelnd grasen Sie weiter. Auf der Terrasse des Kurhauses Weissenstein tragen Tische und Stühle gut einen Zentimeter Weiss. Dorli Biberstein reichts für einen ersten Schneeball. Sie lacht: «Dank der Gondelbahn kommen die Leute auch bei diesem Wetter auf den Berg.»

Tatsächlich, hinter den Kurhausscheiben vergnügt sich eine Klassenzusammenkunft. Und unten auf der Mittelstation Nesselboden, wo erste weiss getünchte Baumkoronen noch mit gelbem Laub durch den Nebel grüssen, hat Betriebsleiter Konrad Stuber eine Gruppe um sich geschart, der er die Funktionsweise der neuen Gondelbahn erklärt.

Bahn sei Dank

Noch ist die Passtrasse auf eigenes Risiko befahrbar, aber bei mehr Schnee wird sie wie immer geschlossen – oft monatelang. Doch im Gegensatz zu den letzten Jahren kann seit dem Dezember 2014 die Seilbahn Weissenstein die Erschliessung des Solothurner Hausbergs sicherstellen. Dazu gehört auch das beliebte Schlitteln am Weissenstein, an das allerdings noch keineswegs zu denken ist.

Bereits am Wochenende wird die Nullgradgrenze wieder über 2000 Meter liegen und der erste Schnee dürfte bis auf Weiteres Geschichte sein. Ob Schnee oder nicht: Ende November wird auf dem Berg für zehn Tage Ruhe einkehren. Vom 23. November bis am 4. Dezember legt die Bahn eine erste Revisionspause ein, was auch das Kurhaus Weissenstein für Betriebsferien nützt.

Nicht ungewöhnlich früh

Der Wintereinbruch auf dem Weissenstein kommt zwar recht früh, ist aber nicht ungewöhnlich. In den letzten 15 Jahren wurde viermal um den 15./16. Oktober der erste Schnee registriert, weitere viermal war dies bereits vorher der Fall gewesen, neunmal jedoch erst nach dem 15. Oktober.

Am frühesten schneite es auf dem Solothurner Hausberg am 24. September 2002 in diesem Jahrtausend, am spätesten erst am 21. November 2005.