Das Datum für das Eröffnungsfest des Uferparks ist gut gewählt. Künftig kann Luterbach immer Ende Mai rund um den 24. mit einem Parkfest glänzen und die Sommersaison starten. Wenn die Gemeinde bis dann auch den Park übernehmen will. Mit dem Fest kann darauf hingewiesen werden, dass hier am Ufer der Aare zwischen alter Industrie auf der Nordseite und neuer Industrie auf der Südseite dem Volk etwas, man muss es schreiben, «Unglaubliches und Einzigartiges» geschenkt wurde. Die Worte stammen von Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli.

Das Echo der Besucherinnen und Besucher ist dementsprechend. Da ist nichts von Kritik zu hören, so vielfältig ist das Angebot, so spektakulär sind die Aussichten und so gross ist der Park, in dem man, schreitet man ihn ab, stundenlang verweilen kann. «Bis anhin finden wir solch eine Anlage vielleicht in einer Grossstadt wie München oder Berlin. In der Schweiz hat es einzelne Ecken, die ähnlich sind, aber niemals an das Ambiente dieses Uferparks herankommen», so das Urteil eines Besuchers, der auf der Plattform gerade den Blick über die Aare und die alte Industrieanlage auf der Nordseite schweifen lässt. «Das gibt sicher einen Sommerplatz», ergänzt seine Partnerin.

Einmalige Kombination

«Fantastisch. Man sieht etwas und es wird etwas gemacht», urteilt ein anderer Besucher, der mit seinem Oldtimer gekommen ist. «Wir sind zum Park, wie die Jungfrau zum Kind gekommen. Das müssen wir nun ausnützen.» Zwei Besucher, die vom Sportzentrum über die neue Promenade zum Begegnungsplatz des Uferparks gekommen sind, finden die Anlage überwältigend. «Es ist genial. Mit gefällt auch die Kombination mit dem alten Industrieareal der ehemaligen Cellulose. Und man erfährt auch immer wieder Geschichtliches.»

Drei Frauen sitzen auf der neuen Ufertreppe und geniessen die Aussicht. «Mir gefallen der Spielplatz drüben und die Aussichtsfenster der Promenade und natürlich die Indooranlage der ehemaligen Kläranlage. Es ist cool, vor allem dass das Gelände geöffnet ist», so die eine, die aus Luterbach kommt. Die zweite Frau fühlt sich etwas befangen, weil sie persönlich durch ein Planerbüro am Bau des Parks beteiligt war. «Ich habe megafest Freude, dass ich hier sein kann. Es ist einfach megaschön.» Und die dritte Frau fügt hinzu: «Wenn man durch den Park läuft, fühlt man sich wie in einer Grossstadt wie Berlin. Es macht Lust auf mehr, und man sieht auch immer wieder etwas neues.»

Ein Riedholzer ist begeistert von der Anlage in der ehemaligen Abwasserreinigungsanlage. «In einem, der Räume geht man über Steinplatten im Wasser, man kreuzt andere Besucher und muss sich absprechen, wer zuerst gehen darf.» Und ein Paar aus Luterbach stellt fest: «Die Idee, dass der Kanton hier Biogen ansiedeln konnte und trotzdem ein Flecken zurückbehalten hat, um der Bevölkerung etwas zurückzugeben, das ist fantastisch. Ich hoffe, dass der Park ein Magnet für Junge und Junggebliebene wird, die hier im Sommer eine richtig schöne Atmosphäre geniessen wollen.»

«Weltmännischer Charakter»

Die Aussagen der Besucher treffen sich mit denjenigen des Kantonsbaumeisters. «Der Park hat einen weltmännischen Charakter. Man könnte sich diesen Park in einer Grossstadt vorstellen. Wobei er einen urbanen Teil und einen naturnahen Teil hat.» Am Ursprung habe in der Testplanung die Auseinandersetzung von «gescheiten Köpfen», so Mäusli, mit dem Areal gestanden. Damals sei entschieden worden, dass im Nordteil, mit Blick in Richtung Süden, Wohnen und Kleingewerbe stattfinden soll, und auf der anderen Seite, die bereits eine Industriezone war, Industrie realisiert werden soll. «Und dazwischen, als Verbindung, war ein Grüngürtel angedacht, nicht dass die Industrie bis ans Wasser vorstösst und das wars.»

Eigentlich hätte man dem Park einen anderen Namen geben können: Mäuslipark. «Nein, nein», wehrt er ab, «der Name war natürlich ein Riesenthema, und wir haben lange diskutiert, wie der Park heissen soll. Aber ich glaube mit Uferpark haben wir den richtigen, neutralen Namen gefunden, und wir haben auch gleich die entsprechende Internetadresse gesichert.

Viel Natur

Wer den urbanen Teil beim Begegnungsplatz Richtung Westen verlässt, begegnet auf der Promenade der Natur: Wiesen mit selten gesehenen Blumen, Reihen von blühenden Obstbäumen, eine Lücke im Wald an der Aare, die den Zugang zu einem Badeplatz frei gibt, nach zweihundert Metern die nächste Lücke mit einer Bretterwand und einem Aussichtsfenster. Noch muss man sich das Grün rundherum vorstellen. Aber wenn dann alles mit Pflanzen zugewuchert sein wird, erhält man durch den Ausguck einen freien Blick auf kleine vorgelagerte Inseln, auf denen, so die Hoffnung, brütende Vögel zu sehen sein werden. Auf Tafeln entlang der Promenade wird die Geschichte des Areals erzählt und Feuerstellen laden ein zu verweilen.