Waldenburg
Auf 950 Metern wird um Bungalows gestritten

Die Wasserfallen als Ausflugsziel aufwerten – das ist das Ziel von Paul Moser und Tom Käslin: Die Besitzer des Seminarhotels Wasserfallenhof planen zehn Bungalows.

Willi Wenger
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Hotel Wasserfallenhof

Hotel Wasserfallenhof

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Den Entscheid über das Bauvorhaben fällt nicht die Waldenburger Behörde, sondern der Baselbieter Regierungsrat. Bis im Herbst soll dieser darüber befinden, ob der unlängst von der Einwohnergemeindeversammlung (EGV) genehmigte Zonenplan Landschaft so in Kraft gesetzt werden kann.

Diese hatte die Vorlage des Gemeinderats an der EGV nicht nach dem Willen der kommunalen Exekutive durchgewinkt, sondern Änderungsanträge der Hotelbesitzer gutgeheissen. Diese brachten vor dem Souverän drei Anträge bezüglich Baulinienabstand, Gebäudegrundfläche und Bruttogeschossfläche letztlich mit deutlicher Mehrheit durch.

Die von den Stimmberechtigten gutgeheissenen Änderungen seien, so Moser und Käslin an der EGV, für das «Wohlergehen» des Hotelbetriebs unverzichtbar. «Unser Geschäft braucht Erneuerungen, damit wir die Ertragslage steigern können», sagt Paul Moser.

Er bestätigt auch, dass das Hotel «relativ gut» etabliert ist. Dennoch seien Investitionen notwendig. «Wir wollen den gestiegenen Kundenbedürfnissen nachkommen und vor allem mehr Einzelzimmer anbieten können».

Erst vage Pläne vorhanden

«Mit dem durch die EGV beschlossenen Zonenplan wäre die Erweiterung jetzt möglich», kommentiert Moser die Situation und stellt gleichzeitig klar, dass diese Bungalows zurzeit noch nicht in Stein gemeisselt seien. «Es sind erst Ideen, die zu gegebener Zeit konkretisiert werden müssen.»

Die Investoren des Seminarhotels betonen im Gespräch auch, dass es «in jedem Fall» naturnahe Bauten geben soll. «Natur und Umweltschutz liegen uns sehr am Herzen», betont Moser, der überzeugt ist, dass es nur Gewinner geben würde. «Ich hoffe schwer auf die Vernunft der kantonalen Stellen und die des Regierungsrats.»

Auch wenn diese vorhanden ist, ist es dennoch fraglich, ob der gute Wille reicht, den durch die EGV gutgeheissenen Zonenplan Landschaft der Gemeinde Waldenburg für rechtsgültig zu erklären.

Die Vorprüfung beim Amt für Raumplanung hat nämlich gezeigt, dass nicht nur kantonale, sondern auch bundesrechtliche Vorgaben einzuhalten sind. So gesehen habe der Gemeinderat beim Kanton bereits «das Maximum» herausgeholt, bestätigte bereits an der EGV der lokale Arbeitsgruppen-Präsident Beat Feigenwinter.

«Waldenburg muss primär den kantonalen Richtplan einhalten. Sonst haben wir vor dem Regierungsrat sehr wahrscheinlich keine Chancen.» Dennoch: Die Einwohnergemeinde Waldenburg wird die Vorlage, so wie sie das Stimmvolk gutgeheissen hat, dem Regierungsrat vorlegen.

«Wir werden nach der öffentlichen Auflage noch vor den Sommerferien das Dossier nach Liestal schicken», sagt Gemeindeverwalter Markus Meyer. Was im Rahmen des Auflageverfahrens alles passiert, ist schwer abzuschätzen. Sicher ist nur, dass Pro Natura Baselland die Situation genau prüfen wird. «Gegebenenfalls werden wir Beschwerde erheben», sagt deren Geschäftsführer Urs Chrétien.