Mit dem Einsatz von Flüchtlingen in Form eines dreijährigen Pilotprojektes soll die Schweizer Landwirtschaft entlastet werden. Zehn Betriebe aus sieben Kantonen sind beim Projekt dabei, jedoch keiner aus dem Kanton Solothurn. «Auf die Schnelle haben wir keine Betriebe gefunden», sagt Peter Brügger auf Anfrage. Der Geschäftsführer des Solothurner Bauernverbands stellt klar: «Wir als Verband sind offen und interessiert, dass zukünftig viele kantonale Betriebe mitmachen». Der Prozess laufe.  

Neu ist das Ganze nicht. Einige Betriebe beschäftigen schon Asylbewerber - auch in der Region. Bucheggberger Bauern beispielsweise bieten den Asylanten Arbeit an. 

Attraktivere Arbeitsplätze

In der Schweiz finden sich kaum noch Bewerber für die Arbeit auf Bauernbetrieben. In der Vergangenheit hätte man versucht, die arbeitslosen Bürger auf verschiedenen Gemüsebaubetrieben anzustellen, berichtet Sandra Helfenstein, Leiterin Kommunikation beim Schweizer Bauernverband. «Dies hat aber gar nicht gut funktioniert.»

Laut dem Schweizerischen Bauernverband gibt es in der Schweiz viel attraktivere Arbeitsplätze. «Die Bürger, welche über eine gute Ausbildung verfügen, finden schnell einen Job, bei dem sie besser entlöhnt würden», sagt Helfenstein. Die Landwirtschaft sei nämlich eine Tieflohnbranche. «Unser Mindestlohn für eine ungelernte Arbeitskraft beträgt 3200 Franken.»

Gemäss Peter Brügger, Sprecher des Solothurner Bauernverbands, seien ausserdem die Ansprüche an die Arbeit gestiegen. Dazu käme, dass die Preise für Lebensmittel in der Schweiz sehr hoch seien.

Körperlich gesund 

Nicht jeder Betrieb ist laut Brügger geeignet für ausländische Arbeitskräfte. Das Vermitteln brauche Zeit. «Es müssen Landwirte sein, die effektiv Bedarf haben». Schlussendlich läge die Entscheidung bei ihnen.

Auch die Flüchtlinge sollten einige Voraussetzungen mitbringen. «Sie müssen körperlich gesund sein. Die harte Arbeitswoche beträgt zirka 50 bis 55 Stunden», so Helfenstein. Ausserdem werde ein Basiswissen in der deutschen Sprache verlangt. «Wir können keine rein ausländisch sprechenden Flüchtlinge vermitteln.»

Zum grössten Teil sind die ausländischen Arbeitskräfte männlichen Geschlechts. Eine Frau könnte aber aus landwirtschaftlicher Sicht durchaus auf einem Gemüse- oder Obstbau-Betrieb arbeiten. Bei jungen Müttern stellt sich aber die Frage, ob sie abkömmlich sind und den ganzen Tag auf einem Hof arbeiten können.